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Inhaltsverzeichnis (37)
Eine Kompaktkamera ist eine kleine Kamera mit Autofokus, Belichtungsautomatik und eingebautem Blitz, mit der man einfach abdrückt. Auf Englisch heißt sie point-and-shoot (auch compact camera), in Hongkong meist kurz „傻瓜機“. Sie verlangt keine Kenntnisse über Blende und Verschlusszeit und unterscheidet sich sowohl von der Einwegkamera, die man nach dem Fotografieren komplett beim Fotolabor abgibt, als auch von der Sofortbildkamera, die das Bild direkt ausgibt.
Diese Kameragattung hat weltweit zwei Verkaufsgipfel erlebt und ist zweimal gestorben. Analoge Kompaktkameras wurden 1997 in einem Jahr 32,52 Millionen Mal ausgeliefert, 2006 waren es noch 1,40 Millionen. Digitale Kompaktkameras kamen 2008 auf 110,07 Millionen Stück in einem Jahr, 2023 auf nur noch 1,72 Millionen. Seit 2024 ist sie zurück: 2025 wurden 2,44 Millionen Stück ausgeliefert, fast 30 % mehr als im Vorjahr, und der durchschnittliche Auslieferungspreis liegt bei fast dem Siebenfachen des Tiefstands.
Dieser Artikel verbindet die Auslieferungsstatistik der CIPA (Camera & Imaging Products Association), des Branchenverbands der japanischen Kamerahersteller, seit 1977 zu einer durchgehenden Zeitreihe für Film und Digital und beantwortet vier Fragen:
- Wo verläuft die Grenze der Kompaktkamera, und wie heißt sie in verschiedenen Ländern?
- Wann begann die analoge Kompaktkamera, wann erreichte sie ihren Höhepunkt, und wie verschwand sie?
- In welchem Jahr lag der Höhepunkt der digitalen Kompaktkamera wirklich, und wie wurde sie vom Smartphone abgelöst?
- Ist die Erholung seit 2024 echt oder eine Täuschung, und was genau ist zurückgekommen?
Alle Zahlen sind mit Quelle und Abgrenzung angegeben. Was ich nicht herausfinden konnte, steht gesondert am Ende und wird nicht durch Schätzungen ersetzt.
1. Was ist eine Kompaktkamera: Definition und Abgrenzung
Dreimal „automatisch“ plus ein Blitz
Die englische Wikipedia definiert die point-and-shoot als Film- oder Digitalkamera, deren Gestaltung vor allem auf einfache Bedienung zielt; sie hat meist Autofokus (oder gar keinen Fokus, weil das Objektiv fix scharf gestellt ist), Belichtungsautomatik und einen eingebauten Blitz. Die chinesische Wikipedia formuliert es noch direkter: eine kleine, vollautomatische Kamera für Laien, deren chinesischer Name 傻瓜相機 wörtlich bedeutet, dass „sogar ein Dummkopf sie bedienen kann“.
In der Sprache der Nutzer übernimmt die Kompaktkamera drei Dinge:
- Die Kompaktkamera stellt selbst scharf, man muss keinen Fokusring drehen.
- Die Kompaktkamera wählt Blende und Verschlusszeit selbst, man braucht keinen Belichtungsmesser.
- Die Kompaktkamera zündet bei wenig Licht selbst den Blitz, man muss kein eigenes Licht mitnehmen.
Übrig bleiben nur der Bildausschnitt und das Auslösen. Das Objektiv ist meist fest am Gehäuse und nicht wechselbar, und die Kamera passt in die Tasche. Diese beiden Punkte trennen sie von Spiegelreflex- und spiegellosen Kameras, also den Systemkameras mit Wechselobjektiv.
Der Unterschied zu Einweg- und Sofortbildkamera
Die drei Kameratypen werden oft zusammen genannt, weil sie alle „einfach“ sind. Wie das Foto in die Hand kommt, ist aber völlig verschieden:
| Merkmal | Kompakt | Einweg | Sofortbild |
|---|---|---|---|
| Mehrfach nutzbar | Ja | Nein, ganz ans Labor | Ja, Filmpack wechseln |
| Inhalt | Film: eigener 135er; digital: Karte | 135er ab Werk | Sofortbildfilm |
| Bild sichtbar | Film: nach Entwicklung; digital: sofort | Nach Entwicklung | Nach Sekunden bis Minuten |
| Beispiele | Olympus mju-II, Ricoh GR, Canon PowerShot | Fujifilm QuickSnap (写ルンです) | Fujifilm instax, Polaroid |
Die Tabelle vergleicht, wie die drei Kameratypen benutzt werden, was in ihnen steckt und wann man das Bild sieht; die Beispiele sind typische Produkte des jeweiligen Typs. Genauer: In die analoge Kompaktkamera legt man selbst einen 135er-Film ein, die digitale speichert auf eine Speicherkarte; die Einwegkamera enthält ab Werk eine Rolle 135er-Film und geht komplett ans Labor; bei der Sofortbildkamera wechselt man nur die Filmpackung, und das Bild erscheint nach einigen Dutzend Sekunden bis gut zehn Minuten.
Der Unterschied zwischen Einwegkamera und Kompaktkamera ist, dass „das Gehäuse mit dem Film verbraucht wird“: Die QuickSnap, die Fujifilm 1986 einführte, wird samt Film verkauft und nach dem Fotografieren vom Labor zurückgenommen, während man in eine Kompaktkamera immer wieder selbst Filme einlegt (die Branchengeschichte steht in 40 Jahre Utsurundesu (auf Chinesisch)). Der Unterschied zur Sofortbildkamera ist, dass keine Entwicklung nötig ist: Nach dem Auslösen kommt ein Papierbild heraus.
Wie die drei Typen Bilder liefern, was ein Bild kostet und wie man wählt, vergleicht die Übersicht zur Serie Einwegkamera, Sofortbildkamera und Kompaktkamera im Vergleich (auf Chinesisch).
Die Grenze ist auch unscharf. Die japanische Handelsstatistik von BCN zählt Hybridgeräte wie die Fujifilm instax mini Evo, die digital speichern und zugleich sofort drucken können, zu den kompakten Digitalkameras; 2025 lag diese Serie dort auf Platz 2. Wer eine „Rangliste der Kompaktkameras“ sieht, sollte also zuerst prüfen, was darin gezählt wird.
Japanisch バカチョンカメラ: drei Herleitungen, später ersetzt durch コンパクトカメラ
In Japan hieß die Kompaktkamera früher umgangssprachlich „バカチョンカメラ“. Die japanische Wikipedia nennt drei Herleitungen:
- Die erste Herleitung: „Sogar ein Dummkopf (バカ) kann sie bedienen.“
- Die zweite Herleitung: „Man muss nur einmal kurz (チョン) auf den Auslöser drücken.“
- Die dritte Herleitung: eine lautliche Abwandlung des englischen vacation camera (Urlaubskamera).
Das Wort wurde später zum Problem: „チョン“ wird als abwertende Bezeichnung für Koreaner verstanden, und das ganze Wort wurde als im Rundfunk nicht zu verwendendes Wort eingestuft. Laut japanischer Wikipedia legte NHK um 2008 eine Richtlinie fest, das Wort nicht zu senden, andere Sender folgten; die 3. Auflage des Sanseido-Wörterbuchs der japanischen Sprache (1981) enthielt das Wort, die 7. Auflage (2011) hat es gestrichen. Das Wörterbuchportal Weblio vermerkt, dass das Wort allgemein bis Anfang der 1980er-Jahre verwendet und danach wegen seiner diskriminierenden Bedeutung freiwillig gemieden wurde. Die offizielle Bezeichnung ist „コンパクトカメラ“ (Kompaktkamera).
Wer das Wort in japanischen Quellen oder im Gespräch auf Japanisch braucht, verwendet heute コンパクトカメラ.
Englisch point-and-shoot: Briten meinen Automatik, Amerikaner das kleine Format
Die englische Wikipedia weist auf einen kleinen Unterschied zwischen britischem und amerikanischem Gebrauch hin: Briten meinen mit point-and-shoot eher die „Vollautomatik“, Amerikaner eher das „kleine Gehäuse“, unabhängig davon, wie viel automatisiert ist. Eine hochwertige kleine Kamera, bei der man die Blende manuell einstellen kann, wird in den USA deshalb oft ebenfalls point-and-shoot genannt.
Wie sie in anderen Ländern heißt: vom „Dummkopf“ bis zur „Seifendose“
Im Deutschen ist Kompaktkamera die übliche Bezeichnung, im Handel ebenso wie in der Fachsprache. Umgangssprachlich hört man auch Knipse, abgeleitet von knipsen (klick, schnell mal ein Bild machen); das deutsche Wörterbuch DWDS führt Knipse allerdings als allgemeines Wort für Kamera, nicht speziell für kleine Kameras.
Andere Sprachen benennen dieselbe Kamera aus ganz anderen Blickwinkeln. Die folgende Tabelle beruht auf den Wikipedias der jeweiligen Sprachen sowie auf örtlichen Wörterbüchern und dem Sprachgebrauch im Handel und nennt jeweils die gebräuchlichste Bezeichnung:
| Sprache/Region | Bezeichnung | Wörtlich |
|---|---|---|
| Deutsch | Kompaktkamera | kleine Kamera |
| Taiwan | 傻瓜相機 | Dummkopf-Kamera |
| Hongkong | 傻瓜機 | Kurzform |
| Festlandchina | 卡片機 | Kartenkamera |
| Japan | コンパクトカメラ | kleine Kamera |
| Japan (digital) | コンデジ | Kurzform |
| Korea | 똑딱이 | „Klick“ |
| Englisch | point-and-shoot | zielen und abdrücken |
| Spanisch | cámara compacta | kleine Kamera |
| Portugiesisch (Brasilien) | câmera compacta | kleine Kamera |
| Russisch | мыльница | Seifendose |
| Indonesisch | kamera saku | Taschenkamera |
| Vietnamesisch | máy ảnh du lịch | Reisekamera |
Die Tabelle zeigt 13 Bezeichnungen, die deutsche steht oben. Die drei chinesischen Zeilen gehören zusammen: 傻瓜 heißt „Dummkopf“, gemeint ist eine Kamera, die „sogar ein Dummkopf bedienen kann“; 傻瓜機 ist die Kurzform von 傻瓜相機; 卡片機 heißt so, weil das Gehäuse flach wie eine Karte ist, und bezeichnet speziell kleine Digitalkameras. コンデジ ist die Kurzform für kompakte Digitalkamera, das koreanische 똑딱이 ist Lautmalerei für „klick“.
An der Tabelle lassen sich vier Arten der Namensgebung ablesen:
- Den Nutzer als ahnungslos hinstellen: das chinesische 傻瓜 und das alte japanische バカチョン betonen, dass auch Menschen ohne Kamerakenntnisse sie bedienen können.
- Die Handlung beschreiben: das englische point-and-shoot, im Spanischen und brasilianischen Portugiesisch auch die direkten Übersetzungen cámara de apuntar y disparar und câmera aponte-e-dispare, alle mit der Bedeutung „zielen und abdrücken“.
- Den Klang nachahmen: In Korea heißt sie 똑딱이, eine Lautmalerei für das „Klick“ des Auslösers; auch das deutsche umgangssprachliche Knipse kommt von knipsen, wobei deutsche Wörterbücher es als allgemeines Wort für Kamera führen, nicht speziell für kleine Kameras.
- Form oder Zweck beschreiben: Auf Russisch heißt sie мыльница (Seifendose), weil das rundliche Plastikgehäuse an eine Seifendose erinnert; in Festlandchina heißen kleine Digitalkameras 卡片機 (Kartenkamera); das indonesische kamera saku und das vietnamesische máy ảnh bỏ túi bedeuten „Taschenkamera“, und eine weitere gängige vietnamesische Bezeichnung, máy ảnh du lịch, bedeutet „Reisekamera“.
Die meisten anderen Sprachen übernehmen „compact“ direkt als Übersetzung oder Lehnwort: Auf Thai heißt sie กล้องคอมแพค (auch กล้องกะทัดรัด), auf Malaiisch kamera kompak, auf Türkisch kompakt fotoğraf makinesi; eine eigene Umgangsbezeichnung habe ich für diese drei Sprachen nicht gefunden. Selbst innerhalb des Chinesischen gibt es Unterschiede: In Taiwan sagt man 傻瓜相機, in Hongkong meist kurz 傻瓜機, und in Festlandchina heißen kleine Digitalkameras umgangssprachlich 卡片機. Das spanische cámara compacta und das brasilianische câmera compacta bedeuten wie das deutsche Kompaktkamera schlicht „kleine Kamera“; im Vietnamesischen ist auch máy ảnh compact gebräuchlich.
Woher die Zahlen stammen: wer die CIPA ist und welche zwei Kategorien sie nutzt
Fast alle Auslieferungszahlen in diesem Artikel stammen von der CIPA (Camera & Imaging Products Association). Sie ist der Branchenverband der japanischen Kamerahersteller; ihr Vorgänger, der Verband der japanischen Kameraindustrie, wurde 1954 gegründet und 2002 zur heutigen CIPA umgebildet. Zu den ordentlichen Mitgliedern gehören Kamerahersteller wie Canon, Nikon, Sony, Fujifilm, Panasonic, OM Digital Solutions (die frühere Kamerasparte von Olympus) und Ricoh Imaging (Pentax, GR). Die Mitglieder melden ihr monatlich die ausgelieferten Stückzahlen, die CIPA fasst sie zu einer öffentlichen Statistik zusammen und veröffentlicht um den 1. jedes Monats die Zahlen von vor zwei Monaten.
Die CIPA-Zahlen kann man also als „weltweite Auslieferungen japanischer Kameramarken“ lesen. Zwei Einschränkungen sollte man kennen:
- Die CIPA zählt Auslieferungen ab Werk, nicht Verkäufe im Laden; nachdem der Hersteller an den Handel geliefert hat, dauert es noch eine Weile, bis die Geräte verkauft sind.
- Gezählt werden nur die teilnehmenden Hersteller. 2026 nehmen neun Firmen an der Digitalkamerastatistik teil: Canon, Nikon, Sony, Fujifilm, Panasonic, OM Digital Solutions, Ricoh Imaging, Sigma und Kenko Tokina. Leica sowie die PixPro-Kameras unter der Marke Kodak (in Lizenz hergestellt von JK Imaging in den USA) sind in den CIPA-Zahlen nicht enthalten.
Eine Kategorie „Kompaktkamera“ im Sinne von point-and-shoot gibt es bei der CIPA nicht. Dieser Artikel nutzt die zwei am besten passenden Kategorien:
- Für die Filmzeit die „Kamera mit Zentralverschluss“ (japanisch レンズシャッター). Der Verschluss einer Kamera kann an zwei Stellen sitzen: Die Spiegelreflexkamera hat ihn im Gehäuse direkt vor dem Film, die kleine Kamera dagegen zwischen den Linsen des Objektivs, das ist der Zentralverschluss. Fast alle kleinen Filmkameras haben einen Zentralverschluss, deshalb ordnet die CIPA-Kategorienbeschreibung diese Klasse direkt der üblichen Kompaktkamera (コンパクトカメラ) zu, Halbformatkameras eingeschlossen. Diese Kategorie wurde bis 2006 erfasst und ab 2007 nicht mehr gesondert ausgewiesen.
- Für die Digitalzeit die „Kamera mit fest eingebautem Objektiv“ (japanisch レンズ一体型), also Digitalkameras, bei denen Objektiv und Gehäuse eine Einheit bilden und das Objektiv nicht gewechselt werden kann; das Gegenstück sind Spiegelreflex- und spiegellose Kameras mit Wechselobjektiv. Dieser Artikel nennt sie manchmal kurz „Kamera mit festem Objektiv“.
Wichtig: Nicht jede digitale Kamera mit festem Objektiv ist eine Kompaktkamera im Sinne von point-and-shoot. Die Kategorie umfasst auch Vollformat-Festbrennweiten wie die Sony RX1R III für mehr als 5.000 US-Dollar und Superzoom-Kameras wie die Nikon Coolpix P1100. Die folgenden Zahlen sind daher eine „Obergrenze für Kompaktkameras“, keine exakte Zahl. In den Mengen der Jahre 1999 bis 2012 sind die hochpreisigen Modelle aber nur ein Bruchteil, für den Trend reicht es.
2. Die analoge Kompaktkamera: 1977 kommt der Autofokus, 1997 werden 32,52 Millionen ausgeliefert
Zeitleiste der Schlüsselmodelle: von „nie mehr unscharf“ zum „guten Objektiv in der Tasche“
| Jahr | Modell | Bedeutung |
|---|---|---|
| Nov. 1977 | Konica C35 AF (ジャスピンコニカ) | Weltweit erste in Serie gefertigte Autofokuskamera, mit dem Visitronic-Autofokusmodul von Honeywell und 38-mm-f/2,8-Objektiv |
| 1979 | Olympus XA | Messsucherkamera mit Schiebeabdeckung, so klein, dass sie in die Tasche passt, entworfen von Yoshihisa Maitani |
| Nov. 1979 | Canon AF35M (USA: Sure Shot, Japan: Autoboy) | Weltweit erste 35-mm-Kamera mit Zentralverschluss und aktivem Infrarot-Autofokus, japanischer Listenpreis 42.800 Yen |
| 1990 oder 1991 | Contax T2 | Carl Zeiss Sonnar 38 mm f/2,8, Inbegriff der hochwertigen Kompaktkamera; Erscheinungsjahr je nach Quelle verschieden, 2002 eingestellt |
| 1993 | Nikon 35Ti | Nikkor 35 mm f/2,8 |
| 1996 | Ricoh GR1 | GR 28 mm f/2,8; 2005 als GR Digital digitalisiert, Beginn der heutigen GR-Serie |
| 1997 | Olympus mju-II (USA: Stylus Epic) | 35 mm f/2,8, rund 3,8 Millionen Stück gefertigt |
| 2001 | Contax T3 | Japanischer Listenpreis 98.000 Yen; Kyocera beendete im März 2005 die Kameraproduktion |
Die Zeitleiste fasst die Modelle zusammen, die die analoge Kompaktkamera geprägt haben; Preise sind japanische Listenpreise zur Markteinführung.
Die Zeitleiste zerfällt in zwei Abschnitte. Von 1977 bis 1979 ging es um die „Schärfe“: Der japanische Spitzname der Konica C35 AF, ジャスピン, bedeutet „genau scharf“, laut englischer Wikipedia wurden rund 1 Million Stück verkauft; zwei Jahre später machte die Canon AF35M mit Infrarot-Entfernungsmessung den Autofokus zur Standardausstattung der Kompaktkamera. In den 1990er-Jahren ging es in eine andere Richtung: Contax T2, Nikon 35Ti und Ricoh GR1 brachten hochwertige Festbrennweiten in kleine Gehäuse, und aus der „Kamera, mit der nichts schiefgeht“ wurde die „gute Kamera für die Tasche“. Diese Modelle sind heute auch die teuersten auf dem Gebrauchtmarkt.
CIPA-Auslieferungen: Kompaktkameras erobern neun Zehntel des Filmkameramarkts
| Jahr | Mio. Stück |
Anteil an Film |
Ø-Preis (Yen) |
|---|---|---|---|
| 1977 | 3,191 | 35 % | 15.600 |
| 1979 | 4,549 | 34 % | 15.400 |
| 1981 | 6,565 | 39 % | 15.400 |
| 1983 | 9,625 | 59 % | 15.200 |
| 1985 | 13,468 | 67 % | 14.400 |
| 1987 | 18,101 | 80 % | 12.100 |
| 1990 | 24,196 | 85 % | 10.600 |
| 1993 | 23,982 | 90 % | 9.200 |
| 1995 | 26,133 | 88 % | 7.900 |
| 1997 | 32,516 | 89 % | 8.100 |
| 1998 | 31,654 | 88 % | 8.600 |
| 2000 | 27,483 | 87 % | 7.200 |
| 2001 | 23,928 | 87 % | 6.600 |
| 2002 | 20,236 | 86 % | 6.300 |
| 2003 | 13,931 | 85 % | 5.300 |
| 2004 | 8,871 | 88 % | 3.700 |
| 2005 | 4,829 | 90 % | 2.900 |
| 2006 | 1,401 | 86 % | 2.900 |
Die Auslieferungen sind die weltweit ausgelieferten Stückzahlen der CIPA-Kategorie „Kamera mit Zentralverschluss“ (analoge Kompaktkamera) in Millionen; „Anteil an Film“ ist ihr Anteil an allen ausgelieferten Filmkameras. Quelle ist die historische CIPA-Statistik für Filmkameras; den durchschnittlichen Auslieferungspreis hat diese Website aus Auslieferungswert geteilt durch Stückzahl berechnet. Es ist der Abgabepreis der Hersteller, nicht der Ladenpreis.
Die Tabelle zeigt drei Dinge:
- Der Autofokus ließ die Kompaktkamera den ganzen Filmkameramarkt erobern: 1977 machten Kameras mit Zentralverschluss nur 35 % aller ausgelieferten Filmkameras aus, 1987 schon 80 %, und in den 1990er-Jahren blieb der Anteil um 90 %.
- Je mehr Kompaktkameras verkauft wurden, desto billiger wurden sie: Der durchschnittliche Auslieferungspreis fiel von 15.600 Yen im Jahr 1977 auf 8.100 Yen im Jahr 1997; in zwanzig Jahren wurde aus einem Produkt der mittleren Preisklasse ein Massenprodukt.
- Die 32,52 Millionen Stück von 1997 sind der Gipfel der gesamten Kurve der analogen Kompaktkamera, dieses Niveau wurde nie wieder erreicht.
Der erste Tod: 1997 bis 2006, minus 96 % in neun Jahren
Nach 1997 schrumpfte die analoge Kompaktkamera jedes Jahr, ab 2003 immer schneller: 2003 waren es 13,93 Millionen Stück, 2004 8,87 Millionen, 2005 4,83 Millionen und 2006 nur noch 1,40 Millionen, 4,3 % des Höchststands. Ab 2007 wies die CIPA Kameras mit Zentralverschluss nicht mehr gesondert aus; alle Filmkameras zusammen kamen 2007 nur noch auf 0,79 Millionen Stück.
Dieser Absturz fällt genau mit dem Aufstieg der Digitalkamera zusammen. Legt man die beiden CIPA-Tabellen nebeneinander, gab es 2001 noch 23,93 Millionen analoge Kompaktkameras und 14,75 Millionen digitale Kameras mit festem Objektiv; 2002 kamen digitale Kameras mit festem Objektiv auf 24,55 Millionen und lagen damit erstmals vor den 20,24 Millionen analogen Kompaktkameras. 2002 ist das Jahr, in dem die Kompaktkamera den Staffelstab vom Film an die Digitaltechnik übergab.
Wie schnell die analoge Kompaktkamera starb, zeigt der Vergleich mit dem späteren Absturz der digitalen: Neun Jahre nach dem Höchststand 2008 lagen digitale Kameras mit festem Objektiv 2017 noch bei 12 %; analoge Kompaktkameras lagen neun Jahre nach dem Höchststand 1997 nur noch bei 4 %.
3. Die digitale Kompaktkamera: 110 Millionen im Jahr 2008, dann der Fall auf 1,72 Millionen
CIPA-Auslieferungen von Digitalkameras mit festem Objektiv (1999–2025)
| Jahr | Mio. Stück |
Änderung | Ø-Preis (Yen) |
|---|---|---|---|
| 1999 | 5,088 | — | 44.800 |
| 2000 | 10,342 | +103,3 % | 42.300 |
| 2001 | 14,753 | +42,7 % | 37.000 |
| 2002 | 24,551 | +66,4 % | 32.500 |
| 2003 | 42,563 | +73,4 % | 26.800 |
| 2004 | 57,290 | +34,6 % | 23.700 |
| 2005 | 60,975 | +6,4 % | 21.300 |
| 2006 | 73,717 | +20,9 % | 19.500 |
| 2007 | 92,899 | +26,0 % | 17.400 |
| 2008 | 110,070 | +18,5 % | 14.900 |
| 2009 | 95,953 | -12,8 % | 12.100 |
| 2010 | 108,576 | +13,2 % | 10.500 |
| 2011 | 99,830 | -8,1 % | 9.200 |
| 2012 | 77,982 | -21,9 % | 9.200 |
| 2013 | 45,708 | -41,4 % | 10.700 |
| 2014 | 29,595 | -35,3 % | 12.100 |
| 2015 | 22,341 | -24,5 % | 13.700 |
| 2016 | 12,582 | -43,7 % | 15.200 |
| 2017 | 13,303 | +5,7 % | 16.100 |
| 2018 | 8,664 | -34,9 % | 18.400 |
| 2019 | 6,755 | -22,0 % | 19.300 |
| 2020 | 3,579 | -47,0 % | 21.300 |
| 2021 | 3,013 | -15,8 % | 24.300 |
| 2022 | 2,085 | -30,8 % | 34.100 |
| 2023 | 1,722 | -17,4 % | 44.900 |
| 2024 | 1,880 | +9,2 % | 54.100 |
| 2025 | 2,437 | +29,6 % | 62.200 |
Die Auslieferungen sind die weltweit ausgelieferten Stückzahlen der CIPA-Kategorie „Digitalkamera mit fest eingebautem Objektiv“ in Millionen. Stückzahlen und durchschnittliche Auslieferungspreise sind von der CIPA veröffentlichte Werte (der Preis ist im Original in tausend Yen angegeben, von dieser Website in Yen umgerechnet); die Änderung gegenüber dem Vorjahr hat diese Website aus den Stückzahlen berechnet.
Die Tabelle lässt sich in vier Phasen lesen:
- 1999 bis 2008, der Aufstieg: Die Auslieferungen wuchsen auf das 21-Fache von 1999, der Durchschnittspreis fiel von 44.800 auf 14.900 Yen, und die kleine Digitalkamera wurde für jeden erschwinglich.
- 2009 bis 2012, das Plateau: Die Auslieferungen schwankten um 100 Millionen Stück, der Durchschnittspreis erreichte 2011 bis 2012 mit 9.200 Yen seinen Tiefstand.
- 2013 bis 2023, der Absturz: In elf Jahren gab es zehnmal ein Minus, die Auslieferungen fielen von 77,98 Millionen auf 1,72 Millionen Stück.
- Ab 2024, die Erholung: Die Auslieferungen kamen leicht zurück, der Durchschnittspreis stieg immer weiter.
Der Höhepunkt war 2008, nicht 2010
Viele chinesische und englische Berichte nennen 2010 das Glanzjahr der Kompaktkamera, das ist ungenau. Die CIPA-Pressemitteilung vom Januar 2009 ist eindeutig: 2008 wurden 110,07 Millionen Kameras mit festem Objektiv ausgeliefert, 18,5 % mehr als im Vorjahr. 2010 waren es 108,58 Millionen, rund 1,5 Millionen weniger als 2008.
Den Rekord von 2010 hielt die „Gesamtzahl der Digitalkameras“: Kameras mit festem Objektiv und Kameras mit Wechselobjektiv kamen zusammen auf 121,46 Millionen Stück. Die Kameras mit Wechselobjektiv wuchsen in diesen Jahren noch und schoben die Gesamtzahl über die von 2008, der Gipfel der Kompaktkamera selbst lag aber 2008. Den Rückgang 2009 führte die CIPA auf die weltweite Rezession zurück.
2013: 32,27 Millionen Stück weniger in einem Jahr
2013 wurden 45,71 Millionen Kameras mit festem Objektiv ausgeliefert, 41,4 % weniger als 2012. In ihrer Pressemitteilung vom Februar 2014 beschrieb die CIPA den Rückgang dieser Kategorie in diesem Jahr als „particularly pronounced“ (besonders ausgeprägt).
Genauer gesagt: Prozentual fielen 2016 (-43,7 %) und 2020 (-47,0 %) noch stärker als 2013; in Stückzahlen aber gingen 2013 in einem Jahr 32,27 Millionen verloren, der größte Einjahresverlust der ganzen Kurve. Vom Höchststand 2008 bis 2023 sanken die Auslieferungen der Kameras mit festem Objektiv insgesamt um 98,4 %.
Ersetzt durch das Smartphone: was die CIPA sagt und was andere sagen
Der Beginn des Absturzes der Kameras mit festem Objektiv fällt eng mit der Verbreitung des Smartphones zusammen. Den Satz „das Smartphone hat die Kompaktkamera getötet“ sprach die CIPA aber erst schrittweise aus, deshalb sind die beiden Sichtweisen getrennt darzustellen:
- In ihrer Pressemitteilung vom Februar 2012 führte die CIPA den Rückgang 2011 auf das Große Ostjapanische Erdbeben und die ab Ende Oktober ausgeweiteten Überschwemmungen in Thailand zurück; Handys kommen im ganzen Text nicht vor.
- In ihrer Pressemitteilung vom Februar 2014 schrieb die CIPA, dass Einsteigerprodukte wegen des Aufkommens der Smartphones in harter Konkurrenz stehen; in den CIPA-Jahrespressemitteilungen von 2009 bis 2015, die ich gelesen habe, ist das die erste Erwähnung von Handys.
- In ihrer Pressemitteilung vom Februar 2015 schrieb die CIPA direkt, dass Kameras mit festem Objektiv wegen des Aufkommens der Smartphones in harter Konkurrenz stehen, während Kameras mit Wechselobjektiv sich durch ihre Ausdrucksmöglichkeiten vom Handy abheben und relativ stabil sind.
Externe Daten deuteten früher auf das Handy. Die englische Wikipedia zitiert eine US-Statistik von NPD: Bis November 2011 sank der Anteil der Fotos, die Amerikaner mit Kompaktkameras aufnahmen, von 52 % im Jahr 2010 auf 44 %, der Anteil der Handyfotos stieg von 17 % auf 27 %, und im selben Zeitraum gingen die Verkäufe von Kompaktkameras gegenüber dem Vorjahr um 17 % zurück.
Genauer ist daher: Den Rückgang 2011 führte der Branchenverband damals auf Naturkatastrophen zurück; 2012 war die Produktion nach den Katastrophen wiederhergestellt, die Auslieferungen kamen aber nicht zurück, und 2014 räumte auch die CIPA ein, dass das Handy die strukturelle Ursache ist. Der zweite Tod war keine einmalige Naturkatastrophe, die Nachfrage selbst war abgewandert.
Der Preis klettert vom Tiefpunkt bei 9.200 Yen nach oben
Während die Mengen einbrachen, stieg der Preis ab 2013 wieder: 9.200 Yen (2012), 10.700 (2013), 15.200 (2016), 21.300 (2020) und bis 2023 auf 44.900 Yen.
Ein Teil dieses Anstiegs ist eine „Veränderung der Zusammensetzung“: Die billigsten Modelle wurden zuerst vom Handy verdrängt, übrig blieben die teuren Kameras, die das Handy nicht ersetzen kann, also Superzoom-Kameras, Kameras mit 1-Zoll-Sensor und Vollformat-Festbrennweiten. Die CIPA-Zahlen sind nicht nach Preisklassen aufgeschlüsselt, deshalb kann dieser Artikel nicht trennen, wie viel des Preisanstiegs von „derselben Kamera zu höherem Preis“ und wie viel vom „Verschwinden billiger Kameras“ kommt.
4. Noch ein Leben: Erholung seit 2024, zurück kommen Preise und junge Leute
Auslieferungen: zwei Jahre Wachstum in Folge, 2025 plus 29,6 %
2023 erreichten Kameras mit festem Objektiv den Tiefpunkt mit 1,72 Millionen Stück (laut CIPA-Jahresbericht 2023: 1.721.592 Stück). Danach ging es zwei Jahre in Folge aufwärts:
- 2024 wurden 1.880.414 Kameras mit festem Objektiv ausgeliefert, 9,2 % mehr als im Vorjahr.
- 2025 wurden 2.436.911 Kameras mit festem Objektiv ausgeliefert, 29,6 % mehr als im Vorjahr; der Auslieferungswert betrug 151,46 Milliarden Yen, 48,9 % mehr als im Vorjahr.
PetaPixel weist darauf hin, dass die Auslieferungen von Digitalkameras 2025 zum ersten Mal seit fast 20 Jahren „zwei Jahre in Folge gewachsen“ sind. 2025 wuchsen die Auslieferungen von Kameras mit festem Objektiv in allen Regionen:
- In China stiegen die Auslieferungen von Kameras mit festem Objektiv 2025 um 50,5 % auf rund 340.000 Stück, nur knapp unter den 52,5 % der „übrigen Regionen“; Auslieferungskurve und Gebrauchtpreise in China behandelt ein eigener Artikel, Wie groß ist der CCD-Kamera-Hype in China (auf Chinesisch).
- Asien ohne China wuchs um 37,6 %.
- Amerika wuchs um 25,6 %, Europa um 24,8 %.
- Japan selbst wuchs um 19,7 %.
Im Vergleich zur Spiegelreflexkamera hat sich das Verhältnis umgekehrt: 2025 wurden nur 690.911 Spiegelreflexkameras ausgeliefert, 30,7 % weniger als im Vorjahr; Kameras mit festem Objektiv kamen auf das 3,5-Fache. Fairerweise muss man sagen: Spiegellose Kameras kamen 2025 auf 6,31 Millionen Stück und damit immer noch auf das 2,6-Fache der Kameras mit festem Objektiv; weltweit bleiben Kameras mit Wechselobjektiv insgesamt der Hauptmarkt.
In Japan selbst ist die Umkehr noch deutlicher: 2025 wurden dort 525.177 Kameras mit festem Objektiv und 471.151 Kameras mit Wechselobjektiv ausgeliefert. Kameras mit festem Objektiv machten 52,7 % der Kameraauslieferungen in Japan aus und lagen damit stückzahlmäßig vor allen Kameras mit Wechselobjektiv zusammen.
2026: Januar bis August noch 15 % im Plus
Laut der CIPA-Statistik für August, veröffentlicht am 1. Oktober 2026, wurden von Januar bis August kumuliert 1.694.289 Kameras mit festem Objektiv ausgeliefert, 15,3 % mehr als im Vorjahreszeitraum; allein im August waren es 244.822 Stück, 32,9 % mehr als im Vorjahresmonat.
Im Juli gab es einen Rückgang von 3,1 % gegenüber dem Vorjahresmonat (223.490 Stück), damals sah es so aus, als ließe der Boom nach; im August lag das Plus sofort wieder bei rund 30 %, und das kumulierte Wachstum stieg von 12,7 % (Januar bis Juli) wieder auf 15,3 %. Stand August 2026 gibt es also noch keine Anzeichen, dass die Erholung schwächer wird. Das Wachstum ist allerdings kleiner als die 29,6 % im Gesamtjahr 2025, und die Monatszahlen schwanken stark; für den Trend sollte man die kumulierten Zahlen ansehen, nicht einen einzelnen Monat.
Wer kauft: Japans Käufer in zwei Jahren ausgetauscht
Die CIPA führt eine Erhebung zu den Käufern von Digitalkameras auf dem japanischen Markt, in der die Käufer von Kameras mit festem Objektiv nach Alter aufgeschlüsselt sind:
| Jahr | bis 29 | 30–39 | ab 60 |
|---|---|---|---|
| 2004 | 21 % | 30 % | 11 % |
| 2018 | 4 % | 8 % | 37 % |
| 2020 | 3 % | 7 % | 43 % |
| 2021 | 11 % | 16 % | 32 % |
| 2022 | 13 % | 17 % | 30 % |
| 2023 | 4 % | 5 % | 48 % |
| 2024 | 15 % | 21 % | 29 % |
| 2025 | 17 % | 22 % | 27 % |
Die Werte hat diese Website aus den Beschriftungen der CIPA-Grafik abgelesen; die Grafik selbst nennt weder Stichprobengröße noch Erhebungsmethode.
2023 war auf dem japanischen Markt für Kameras mit festem Objektiv fast die Hälfte (48 %) der Käufer 60 Jahre oder älter, nur 4 % waren 29 Jahre oder jünger; zwei Jahre später stieg der Anteil bis 29 Jahre auf 17 %, der Anteil ab 60 Jahren fiel auf 27 %. Das ist der härteste Primärbeleg dafür, dass „junge Leute die Kompaktkamera zurückgekauft haben“.
Liest man die ganze Tabelle, muss man den „Sprung von 4 % auf 17 %“ aber relativieren: 2021 und 2022 lag der Anteil bis 29 Jahre schon bei 11 % bis 13 %; die 4 % von 2023 wirken eher wie ein ungewöhnlicher Tiefpunkt, ein Teil des Sprungs geht auf die niedrige Basis zurück.
Noch weiter zurück, 2004, als die digitale Kompaktkamera gerade abhob, lag der Anteil bis 29 Jahre bereits bei 21 %. Dass junge Leute kleine Kameras kaufen, ist nichts Neues; die Ausnahme war eher die Zeit von 2018 bis 2023, in der „vor allem Menschen ab 60 kleine Kameras kauften“.
Zur selben Zeit: auch CCD-Kameras und Fotoautomaten wurden populär
In den Jahren, in denen sich die Kompaktkamera erholte, passierten im Umfeld junger Leute noch zwei Dinge gleichzeitig:
- Kleine CCD-Kameras aus den 2000er-Jahren wurden vom Gebrauchtmarkt zurückgeholt. Laut einem Bericht von Xinhuanet vom Dezember 2024 kamen CCD-Themen auf der chinesischen Plattform Xiaohongshu auf insgesamt 4,04 Milliarden Aufrufe und 1,65 Millionen Beiträge, und auf der Gebrauchtplattform Xianyu wurden in den letzten 7 Tagen mehr als 3.000 Geräte verkauft. Auch diese Kameras sind meist digitale Kompaktkameras, nur eben gebraucht; wie man echte von falschen CCD-Kameras unterscheidet und welche Modelle sich lohnen, steht in Was ist eine CCD-Kamera.
- In Taiwan eröffneten koreanische Fotoautomaten in großer Zahl. Unter den zehn meistgesuchten Begriffen des Jahres 2023 in Taiwan, die das taiwanische Wirtschaftsmagazin CommonWealth (天下雜誌) veröffentlichte, lag der koreanische Fotoautomat auf Platz 1; diese Website hatte schon 2022 bemerkt, dass das Google-Suchinteresse nach „Fotoautomat“ (拍貼機) in Taiwan von 2020 bis Juni 2022 auf fast das Fünffache gestiegen war (die damalige Beobachtung (auf Chinesisch)).
Gemeinsam ist den drei Entwicklungen, dass junge Leute bereit sind, für „Fotos, die das Handy nicht macht“, Geld auszugeben: körnige oder farbstichige Bilder, ein ausgedrucktes Foto zum Anfassen, ein Moment, der nur dem Fotografieren gewidmet ist. Die Erholung der Kompaktkamera ist Teil dieser Welle und kein isoliertes Ereignis; deshalb sind es diesmal junge Käufer, die zurückkommen, und nicht die Leute von damals, die sie für Familienurlaube gekauft hatten.
2 % der Menge, fast der siebenfache Preis
Menge und Preis der Erholungsphase nebeneinander:
- Auslieferungen: 2025 kamen Kameras mit festem Objektiv auf 2,437 Millionen Stück, 2,2 % des Höchststands von 2008. Digital Camera World rechnet mit 2010 als Glanzjahr und kommt auf 2,24 %; andere Abgrenzung, gleiches Ergebnis.
- Durchschnittlicher Auslieferungspreis: 2025 lag er bei 62.200 Yen, dem 6,8-Fachen des Tiefstands von 9.200 Yen in den Jahren 2011 bis 2012 und auch über den 44.800 Yen von 1999, als die Digitalkamera gerade startete.
- Auslieferungswert: 2025 waren es 151,46 Milliarden Yen, 9 % des Werts von 2008 (1.638,7 Milliarden Yen), aber schon wieder 80 % des Werts von 2016 (190,7 Milliarden Yen).
Anders gesagt: Die Hersteller verkaufen nur noch rund ein Fünfundvierzigstel der Stückzahl der Glanzzeit, nehmen aber rund ein Elftel des damaligen Umsatzes ein. Für die Kamerafirmen ist das ein Geschäft mit kleinen Mengen und hohen Preisen, keine Rückkehr in die Vergangenheit.
Neue Modelle und Lieferengpässe: Belege dafür, dass die Hersteller wieder darauf setzen
Das deutlichste Signal der Erholung ist, dass große Hersteller wieder neue kleine Kameras bringen und mehrere davon nicht lieferbar sind:
- Die Canon PowerShot G7 X Mark III kam 2019 auf den Markt, US-Einführungspreis 749,99 US-Dollar; 2024, fünf Jahre nach dem Start, wurde sie plötzlich zum Hit und war wegen Bauteilmangels ausverkauft. Canon nahm im August 2025 in Japan wieder Bestellungen an und begann im September, aufgestaute Aufträge abzuarbeiten. Der aktuelle Neupreis in den USA liegt bei 879 US-Dollar; im August 2026 verlangten US-Gebrauchthändler noch 1.500 US-Dollar oder mehr, rund das 1,7-Fache des aktuellen Neupreises und das Doppelte des Einführungspreises.
- Die Fujifilm X100VI kam im März 2024 für 1.599 US-Dollar auf den Markt. Laut Reuters verdoppelte Fujifilm die Produktion gegenüber der ersten Auflage, und es reichte trotzdem nicht; die Imaging-Sparte stand im Geschäftsjahr 2023 für 37 % des operativen Gewinns von Fujifilm, im Jahr davor für 27 %.
- Die Ricoh GR III wurde im Juli 2025 wegen schwer erhältlicher Bauteile eingestellt; die Nachfolgerin GR IV wurde am 20. August 2025 vorgestellt, Preis 1.499,95 US-Dollar.
- Die Fujifilm X half wurde am 22. Mai 2025 vorgestellt, mit hochkant ausgerichtetem 1-Zoll-Sensor, US-Einführungspreis 849 US-Dollar.
- In der japanischen BCN-Rangliste der kompakten Digitalkamera-Serien 2025 lag die Kodak PixPro FZ55 auf Platz 1, und Kodak hatte 4 der zehn ersten Plätze. Dieses Kodak ist allerdings eine Marke, die JK Imaging in den USA in Lizenz nutzt, und die FZ55 hat einen CMOS-Sensor, keinen CCD.
Auch bei analogen Kompaktkameras gibt es neue Modelle, was in den 2010er-Jahren kaum vorstellbar war:
- Die Kodak Ektar H35 der Hongkonger Firma Reto Project, die die Marke Kodak in Lizenz nutzt, war ab Mai 2022 vorbestellbar, eine Halbformatkamera für 49,99 US-Dollar; 2023 kam die verbesserte H35N für 64,99 US-Dollar.
- Die Pentax 17 wurde am 17. Juni 2024 vorgestellt, eine Halbformatkamera für 499,95 US-Dollar, beschrieben als erste komplett neu entwickelte Filmkamera eines großen Herstellers seit fast 20 Jahren; im ersten Jahr nach dem Start war sie oft nicht zu bekommen.
- Die Rollei 35AF von MiNT war ab September 2024 für 799 US-Dollar vorbestellbar und nutzt LiDAR-Autofokus.
- Die Kodak Snapic A1 wurde im Dezember 2025 für 99 US-Dollar ausgeliefert.
Auch die Gebrauchtpreise der hochwertigen analogen Kompaktkameras aus den 1990er-Jahren hoben im selben Zeitraum ab. Die Contax T2 kostete um 2015 rund 170 US-Dollar, 2018 wurde über eine Verzehnfachung berichtet; ein New Yorker Gebrauchtkamerahändler schrieb 2026 in einem Artikel, ein überholtes Gehäuse koste rund 2.000 US-Dollar (das ist der eigene Artikel eines Händlers, mit Eigeninteresse). Die Olympus mju-II kostete 2013 rund 40 US-Dollar, 2020 rund 200 US-Dollar. Die koreanische Zeitung JoongAng Ilbo berichtete im September 2026, dass Sakura, Mitglied von LE SSERAFIM, eine Contax T3 in Titan für 544.000 Yen gekauft hat; der japanische Listenpreis lag 2001 bei 98.000 Yen.
5. Fazit: Diesmal kommt nicht die „Menge“ zurück, sondern „Preis“ und „Zielgruppe“
Verbindet man die Jahre 1977 bis 2026, sieht die Kurve der Kompaktkamera so aus:
- 1977 bis 1997 eroberte die analoge Kompaktkamera dank Autofokus neun Zehntel des Filmkameramarkts, die Menge erreichte 32,52 Millionen Stück, der Preis fiel auf 8.100 Yen.
- 1997 bis 2006 ersetzte die Digitalkamera den Film, die analoge Kompaktkamera fiel in neun Jahren um 96 %, das war der erste Tod; 2002 überholten digitale Kameras mit festem Objektiv die analogen Kompaktkameras.
- 1999 bis 2008 wuchs die digitale Kompaktkamera auf 110,07 Millionen Stück, der durchschnittliche Auslieferungspreis fiel von 44.800 auf 14.900 Yen.
- 2008 bis 2023 nahm das Smartphone die Nachfrage nach dem „schnellen Schnappschuss“ weg, die digitale Kompaktkamera verlor 98 %, das war der zweite Tod.
- Ab 2024 erholten sich Kameras mit festem Objektiv zwei Jahre in Folge, 2025 auf 2,44 Millionen Stück, 29,6 % mehr als im Vorjahr; von Januar bis August 2026 lag das kumulierte Plus noch bei 15,3 %.
Das dritte Leben ist völlig anders als die ersten beiden. Damals war die Kompaktkamera ein Werkzeug, das „jeder hatte“, verkauft wurde Bequemlichkeit; diesmal verkauft sie, was das Handy nicht bieten kann: eine bestimmte Bildanmutung, ein Objekt, das nur zum Fotografieren da ist. Die Käufer sind nicht mehr Menschen ab 60, sondern junge Leute in den Zwanzigern. Die Menge liegt bei 2 % der Glanzzeit, der Preis beim Siebenfachen des Tiefstands, und der Auslieferungswert hat wieder rund ein Zehntel der Glanzzeit erreicht. Die Kompaktkamera kehrt also nicht in die Vergangenheit „zurück“, sie überlebt in neuer Rolle: vom Massenprodukt zum Stilprodukt mit kleinen Mengen und hohen Preisen.
Diese Rolle bestimmt auch ihr Risiko. Ein Markt, den ein Trend trägt, schwankt stärker als ein Massenmarkt: Im Juli 2026 gab es einen Monat mit Minus, im August lag das Plus wieder bei rund 30 %; die Lieferengpässe neuer Modelle kommen meist von Bauteilmangel und von Herstellern, die sich nicht trauen, die Produktion stark auszuweiten, nicht von grenzenloser Nachfrage. Wer sich eine Kompaktkamera zulegen will, sollte sich zuerst klarmachen, welche Art er sucht:
- Wer den „CCD-Look“ mit kleinem Budget will, landet vor allem bei gebrauchten kleinen Kameras aus den 2000er-Jahren; die Gebrauchtpreise schwanken stark, und bei Akkus und Speicherkarten gibt es Lücken. Worauf man beim Kauf achten sollte und was sie kosten, steht in Was ist eine CCD-Kamera und wie kauft man gebraucht.
- Wer Konzerte und Fan-Events fotografieren will, braucht Telebrennweite und hohe Lichtempfindlichkeit; dafür ist die Kompaktkamera nicht die Antwort. Wie man Kamera und Objektiv wählt, steht im Ratgeber zu Kameras und Objektiven für Fans (auf Chinesisch).
- Wer Film will, für den sind Versorgung und Preis des Films selbst die langfristigen Kosten; den Stand der Lieferkette beschreibt Wer stellt noch Film her.
Weiterlesen
- Einwegkamera, Sofortbildkamera und Kompaktkamera im Vergleich (auf Chinesisch): wie die drei Kameratypen Bilder liefern, was ein Bild kostet und wie man wählt.
- Was ist eine CCD-Kamera und wie kauft man gebraucht: die technischen Grundlagen des „CCD-Looks“ sowie Gebrauchtpreise und typische Fallen.
- Warum Einwegkameras wieder beliebt sind: 40 Jahre Utsurundesu (auf Chinesisch): Aufstieg und Fall der Einwegkamera im selben Zeitraum.
- Die Geschichte der Sofortbildkamera: wie Polaroid und instax dieselbe Digitalisierung durchlebten.
- Wer stellt noch Film her: ob die Film-Lieferkette mit der Rückkehr der analogen Kompaktkamera Schritt hält.
- Ratgeber zu Kameras und Objektiven für Fans (auf Chinesisch): eine andere Linie der Kameranachfrage.
Anhang 1: Was ich nicht herausfinden konnte
Diese Fragen habe ich recherchiert, aber keine verlässliche Antwort gefunden; deshalb stehen sie nicht im Text und werden auch nicht durch Schätzungen ersetzt:
- Der japanische Einführungspreis der Konica C35 AF: In einer Suchergebnis-Zusammenfassung tauchen 44.800 Yen auf, die Originalseite ließ sich aber nicht öffnen und prüfen, deshalb nennt dieser Artikel ihn nicht.
- Das genaue Erscheinungsjahr der Contax T2: camera-wiki nennt 1991, eine andere Quelle 1990; dieser Artikel schreibt „1990 oder 1991“.
- Stichprobengröße und Methode der CIPA-Erhebung zu Käufern in Japan, und warum der Anteil bis 29 Jahre 2023 so niedrig war.
- Wie viel der CIPA-Auslieferungen von Kameras mit festem Objektiv auf Kompaktkameras im Sinne von point-and-shoot und wie viel auf hochwertige Modelle (Superzoom, 1 Zoll, Vollformat) entfällt; deshalb lässt sich nicht trennen, wie viel des Preisanstiegs aus teureren Einzelgeräten und wie viel aus dem Verschwinden billiger Modelle kommt.
- Die gerüchteweise für September 2026 erwartete neue, auf Fotografie ausgerichtete PowerShot von Canon: Bei der Abfrage am 25. September 2026 war keine offizielle Ankündigung zu finden.
- Zahlen außerhalb der CIPA-Statistik: Sofortbildkameras und Sofortbildfilm sowie Einwegkameras gehören zu keiner CIPA-Statistikkategorie; die CIPA-Auslieferungsstatistik für kleine Fotodrucker (bis A4) reicht nur bis 2013 und wurde ab 2014 eingestellt, deshalb kann dieser Artikel mit CIPA-Zahlen nichts zur aktuellen Lage von Fotoautomaten und Fotodruck sagen. Zahlen zu Sofortbildkameras stehen in den Geschäftsberichten von Fujifilm (zusammengefasst in Die Geschichte der Sofortbildkamera), zu Thermosublimations-Fotodruckern in öffentlichen Angaben von Herstellern wie DNP und Citizen.
Anhang 2: Quellen
- Historische CIPA-Statistik für Filmkameras (Auslieferungen nach Stückzahl und Wert für Kameras mit Zentralverschluss, 1977–2008): https://www.cipa.jp/stats/documents/common/cr400.pdf , abgerufen am 25.09.2026.
- Historische CIPA-Statistik für Digitalkameras (Stückzahl, Wert und Durchschnittspreis von Kameras mit festem Objektiv sowie Auslieferungen in Japan, 1999–2025): https://www.cipa.jp/stats/documents/common/cr300.pdf , abgerufen am 25.09.2026.
- CIPA, Käufer von Digitalkameras auf dem japanischen Markt (Altersstruktur): https://www.cipa.jp/stats/documents/common/cr800.pdf , abgerufen am 25.09.2026.
- CIPA-Auslieferungsstatistik für kleine Fotodrucker (bis A4), 2004–2013, ab 2014 eingestellt: https://www.cipa.jp/stats/documents/common/cr600.pdf , abgerufen am 28.10.2026.
- CIPA-Beschreibung der Statistikkategorien (Definition von Kameras mit Zentralverschluss und mit festem Objektiv): https://www.cipa.jp/stats/documents/e/cr100_e.pdf , abgerufen am 25.09.2026.
- CIPA-Jahresbericht 2023 zu Digitalkamera-Auslieferungen: https://www.cipa.jp/stats/documents/e/d-2023_e.pdf , abgerufen am 25.09.2026.
- CIPA-Jahresbericht 2024 zu Digitalkamera-Auslieferungen: https://www.cipa.jp/stats/documents/e/d-2024_e.pdf , abgerufen am 25.09.2026.
- CIPA-Jahresbericht 2025 zu Digitalkamera-Auslieferungen (nach Regionen, Kameras mit festem Objektiv und mit Wechselobjektiv in Japan): https://www.cipa.jp/stats/documents/e/d-2025_e.pdf , abgerufen am 25.09.2026.
- CIPA-Auslieferungsstatistik für Digitalkameras, Juli 2026 (veröffentlicht am 01.09.2026): https://www.cipa.jp/stats/documents/e/d-202607_e.pdf , abgerufen am 25.09.2026.
- CIPA-Auslieferungsstatistik für Digitalkameras, August 2026 (veröffentlicht am 01.10.2026): https://www.cipa.jp/stats/documents/e/d-202608_e.pdf , abgerufen am 27.10.2026.
- CIPA-Selbstdarstellung (Vorgänger 1954 gegründet, 2002 umgebildet): https://www.cipa.jp/e/guide/aboutcipa.html , abgerufen am 28.10.2026.
- CIPA-Mitgliederliste: https://www.cipa.jp/e/guide/member-list.html , abgerufen am 28.10.2026.
- CIPA-Liste der an der Statistik teilnehmenden Hersteller (Stand 01.05.2026): https://www.cipa.jp/stats/documents/e/list_e.pdf , abgerufen am 28.10.2026.
- Xinhuanet, „Die CCD-Kamera ist zurück im Rampenlicht“ (übernommen vom Wirtschaftskanal von CCTV.com), 04.12.2024: https://jingji.cctv.com/2024/12/04/ARTIk3BVOAtQpkbF8sWUrkv0241204.shtml
- CommonWealth (天下雜誌), die zehn meistgesuchten Begriffe 2023 in Taiwan (Beitrag auf der Facebook-Seite des Magazins): https://www.facebook.com/cwgroup/posts/pfbid0JSn2gzC6cXM6wZV8dgx4xDRbwauUBZdGPZUoh7hNTnCcUEm9M7846t822gk6hH2Dl
- CIPA-Pressemitteilung (Auslieferungen von Kameras mit festem Objektiv 2008), 27.01.2009: https://www.cipa.jp/documents/e/press090127_e.pdf
- CIPA-Pressemitteilung (Rekord bei den Digitalkamera-Gesamtauslieferungen 2010), 09.02.2011: https://www.cipa.jp/documents/e/press110209_e.pdf
- CIPA-Pressemitteilung (Auslieferungen 2011, Erdbeben und Überschwemmungen in Thailand), 09.02.2012: https://www.cipa.jp/documents/e/PRESSRELASE201202091_e.pdf
- CIPA-Pressemitteilung (Kameras mit festem Objektiv 2013 minus 41,4 %, Einsteigermodelle in Konkurrenz mit Smartphones), 03.02.2014: https://www.cipa.jp/documents/e/PRESSRELEASE20140203_e.pdf
- CIPA-Pressemitteilung (Kameras mit festem Objektiv 2014 in Konkurrenz mit Smartphones), 02.02.2015: https://www.cipa.jp/documents/e/PRESSRELEASE20150202_e.pdf
- Chinesische Wikipedia, „傻瓜相機“: https://zh.wikipedia.org/wiki/%E5%82%BB%E7%93%9C%E7%9B%B8%E6%9C%BA , abgerufen am 25.09.2026.
- Englische Wikipedia, „Point-and-shoot camera“ (Definition, britischer und amerikanischer Gebrauch, NPD-Statistik): https://en.wikipedia.org/wiki/Point-and-shoot_camera , abgerufen am 25.09.2026.
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- Korea JoongAng Daily, Gebrauchtpreis der Contax T3 in Korea und Kaufpreis von Sakura, 04.09.2026: https://www.koreajoongangdaily.com/lifestyle/the-3400-camera-sakura-just-bought-is-notorious-for-breaking-mine-lasted-two-days/12848288
- Brooklyn Film Camera, Marktpreis der Contax T2 2026 (eigener Artikel eines Gebrauchtkamerahändlers), 06.04.2026: https://brooklynfilmcamera.com/blogs/guides/is-the-contax-t2-worth-2-000-in-2026-an-honest-buyers-guide
- DPReview, Gebrauchtpreis der Olympus mju-II, 15.05.2020: https://www.dpreview.com/articles/5553111594/film-fridays-olympus-mju-ii-review-great-camera-too-expensive-for-what-it-is/
- Kosmo Foto, Vorbestellung der Kodak Ektar H35, 05/2022: https://kosmofoto.com/2022/05/reto-announces-kodak-branded-ektar-h35-half-frame-camera/
- Kosmo Foto, Vorstellung der Kodak Ektar H35N, 08/2023: https://kosmofoto.com/2023/08/reto-project-announces-new-kodak-ektar-h35n-half-frame-camera/
- DPReview, Vorstellung der Pentax 17, 06/2024: https://www.dpreview.com/news/9002061674/ricoh-launches-pentax-17-half-frame-fixed-lens-film-camera/
- Kosmo Foto, Vorstellung der Pentax 17, 06/2024: https://kosmofoto.com/2024/06/ricoh-imaging-releases-the-pentax-17-the-first-pentax-film-camera-in-20-years/
- Kosmo Foto, Vorbestellung der MiNT Rollei 35AF, 08/2024: https://kosmofoto.com/2024/08/mint-cameras-rollei-35af-pre-orders-launch-on-10-september/
- PetaPixel, Kodak Snapic A1, 24.11.2025: https://petapixel.com/2025/11/24/the-kodak-snapic-a1-is-a-99-film-camera-with-a-double-exposure-switch/
- PetaPixel, Digitalkamera-Auslieferungen 2025 zwei Jahre in Folge gewachsen, 03.02.2026: https://petapixel.com/2026/02/03/camera-shipments-increased-for-consecutive-years-for-the-first-time-in-nearly-20-years/
- Digital Camera World, Auslieferungen kleiner Kameras 2025 nur ein Bruchteil der Glanzzeit, 03.02.2026: https://www.digitalcameraworld.com/cameras/compact-cameras/the-compact-camera-came-from-the-dead-but-last-years-sales-were-still-a-fraction-of-the-point-and-shoots-heyday
- DPReview, Zusammenfassung der CIPA-Auslieferungsdaten 2025, 02.02.2026: https://www.dpreview.com/articles/2386206926/cipa-data-2025-camera-lens-shipments-fixed-lens-cameras-interchangable/
- Reuters-Bericht (übernommen von BusinessWorld), Nachfrageüberhang bei der Fujifilm-X100-Serie und Gewinn der Imaging-Sparte, 28.06.2024: https://bworldonline.com/technology/2024/06/28/604906/fujifilm-once-struggled-to-sell-cameras-now-it-cant-keep-up-with-demand/
- DPReview, Wiederaufnahme der Produktion der Canon G7 X Mark III und aufgestaute Bestellungen, 16.09.2025: https://www.dpreview.com/news/1514834866/canon-powershot-g7x-iii-production-resuming-parts-shortage-back-orders/
- Digital Camera World, Gebrauchtpreis der G7 X Mark III fast doppelt so hoch wie der Neupreis, 21.08.2026: https://www.digitalcameraworld.com/cameras/compact-cameras/a-year-after-canon-increased-production-this-powershot-compact-camera-is-still-so-viral-that-used-models-are-nearly-twice-the-new-cost
- DPReview, Produktionsende der Ricoh GR III, 08/2025: https://www.dpreview.com/news/0025344964/ricoh-gr-iii-discontinued/
- US-Pressemitteilung von Ricoh Imaging, Vorstellung der GR IV, 20.08.2025: https://us.ricoh-imaging.com/ricoh-launches-latest-model-in-acclaimed-gr-compact-camera-series-ricoh-gr-iv-2/
- US-Pressemitteilung von Fujifilm, Vorstellung der X half, 22.05.2025: https://www.fujifilm.com/us/en/news/digital-cameras/fujifilm-introduces-x-half-premium-compact-digital-camera (bei der Abfrage am 27.10.2026 auf die Startseite des Fujifilm-US-Newsrooms umgeleitet)
- Tom’s Guide, Vorstellung der X half und US-Einführungspreis von 849 US-Dollar: https://www.tomsguide.com/cameras-photography/fujifilm-just-announced-the-x-half-a-digital-camera-that-offers-a-unique-film-experience-unlike-any-other , abgerufen am 27.10.2026.
- Imaging Resource, Datenblatt der Canon G7 X Mark III (US-Einführungspreis 749,99 US-Dollar, Markteinführung 05.08.2019): https://www.imaging-resource.com/PRODS/canon-g7x-iii/canon-g7x-iiiDAT.HTM , abgerufen am 27.10.2026.
- Englische Wikipedia, „Kodak Pixpro“ (Lizenz von JK Imaging, Sensor der FZ55): https://en.wikipedia.org/wiki/Kodak_Pixpro , abgerufen am 25.09.2026.
- Canon Rumors, Gerücht über eine neue PowerShot: https://www.canonrumors.com/the-next-canon-powershot-is-coming-this-year/ , abgerufen am 25.09.2026.
Bildquellen
Alle Fotos in diesem Artikel stammen aus frei lizenzierten Dateien von Wikimedia Commons und sind gemäß der jeweiligen Lizenz unten angegeben; das Titelbild ist das Foto der Konica C35 AF, links und rechts ergänzt und auf 16:9 beschnitten. Dazu kommen 5 Screenshots von offiziellen Seiten und Statistiken als Belege für Zitate im Text, aufgeführt nach den Fotos; das Liniendiagramm am Anfang hat diese Website selbst auf Basis der CIPA-Statistik erstellt.
- Canon PowerShot G7 X Mark III (Kapitel 1): Strubbl, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Canon_G7X_Mark_III_von_vorne_2026-03-13.jpg
- Kodak-Einwegkamera mit Blitz (Kapitel 1): Matthew Paul Argall, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Kodak_Flash_Single_Use_Camera_%2828920754637%29.jpg
- Fujifilm instax mini 12 (Kapitel 1): Tony Webster, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Fujifilm_Instax_Mini_12_-_Instant_Film_Camera_%2852950271338%29.jpg
- Konica C35 AF, Vorderansicht (Titelbild und Kapitel 2): John Nuttall, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Konica_C35_AF_(3852684227).jpg
- Canon AF35M, Vorderansicht (Kapitel 2): E Magnuson, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:My_Canon_AF35M_(4307694589).jpg
- Canon Digital IXUS 850 IS (Kapitel 3): D-Kuru, CC BY-SA 3.0 AT, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Canon_Digital_IXUS_850_IS-ar_4to3-fs_PNr%C2%B00268a.jpg
- Pentax 17 (Kapitel 4): MIKI Yoshihito, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:PENTAX_17;_October_2024_(02).jpg
- Olympus mju-II (Kapitel 4): Ashley Pomeroy, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Olympus_Stylus_Epic_1118.jpg
- Ricoh GR1 (Kapitel 2): Zebrio (Brian Scott Peterson), CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:0313_Ricoh_GR1_(5599549421).jpg
- Contax T2 (Kapitel 4): Gisling, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:CONTAX_T2.jpg
- Screenshot: AF35M-Seite im Canon Camera Museum (Kapitel 2), https://global.canon/en/c-museum/product/film102.html , aufgenommen am 25. September 2026, Beleg für Zitat
- Screenshot: historische CIPA-Digitalkamerastatistik, Stückzahl und Durchschnittspreis von Kameras mit festem Objektiv (Kapitel 3), https://www.cipa.jp/stats/documents/common/cr300.pdf , aufgenommen am 25. September 2026, Beleg für Zitat
- Screenshot: CIPA-Jahresbericht 2025 zu Digitalkamera-Auslieferungen (Kapitel 4), https://www.cipa.jp/stats/documents/e/d-2025_e.pdf , aufgenommen am 25. September 2026, Beleg für Zitat
- Screenshot: CIPA-Erhebung zu Digitalkamerakäufern auf dem japanischen Markt, Altersstruktur bei Kameras mit festem Objektiv (Kapitel 4), https://www.cipa.jp/stats/documents/common/cr800.pdf , aufgenommen am 25. September 2026, Beleg für Zitat
- Screenshot: Produktseite PENTAX 17 auf der US-Website von Ricoh Imaging (Kapitel 4), https://us.ricoh-imaging.com/product/pentax-17/ , aufgenommen am 25. September 2026, Beleg für Zitat
Schlagwörter dieses Artikels: Kompaktkamera, was ist eine Kompaktkamera, Point-and-Shoot, Point-and-Shoot auf Deutsch, Knipse, analoge Kompaktkamera, digitale Kompaktkamera, CIPA-Auslieferungsstatistik, Digitalkamera Auslieferungen, Geschichte der Kompaktkamera
Häufig gestellte Fragen
Was ist eine Kompaktkamera (Point-and-Shoot)?
Eine Kompaktkamera ist eine kleine Kamera mit Autofokus, Belichtungsautomatik und eingebautem Blitz, mit der man einfach abdrückt. Blende, Verschlusszeit und Schärfe muss man nicht selbst einstellen. Auf Englisch heißt sie point-and-shoot oder compact camera, in Japan offiziell コンパクトカメラ, in Hongkong meist „傻瓜機“. Es gibt sie als Film- und als Digitalkamera.
Wie heißt die Kompaktkamera auf Englisch und auf Deutsch?
Auf Englisch sagt man meist point-and-shoot camera (zielen und abdrücken), auch compact camera. Briten meinen mit point-and-shoot eher die Vollautomatik, Amerikaner eher das kleine Gehäuse. Auf Deutsch ist Kompaktkamera die übliche Bezeichnung; das umgangssprachliche Knipse kommt von knipsen, wird im Wörterbuch aber als allgemeines Wort für Kamera geführt, nicht speziell für kleine Kameras. Auf Japanisch heißt sie コンパクトカメラ, die digitale Version kurz コンデジ; auf Koreanisch umgangssprachlich 똑딱이, auf Russisch umgangssprachlich мыльница (Seifendose), und in Festlandchina nennt man kleine Digitalkameras 卡片機 (Kartenkamera).
Was unterscheidet eine Kompaktkamera von einer Einwegkamera und einer Sofortbildkamera?
Eine Kompaktkamera benutzt man immer wieder: In die Filmversion legt man selbst Filme ein und lässt sie entwickeln, die Digitalversion speichert die Bilder als Dateien. Eine Einwegkamera wird samt Film verkauft und nach dem Fotografieren komplett beim Fotolabor abgegeben. Eine Sofortbildkamera gibt direkt nach dem Auslösen ein Papierbild aus, ohne Entwicklung im Labor.
In welchem Jahr wurden die meisten Kompaktkameras verkauft?
Hier muss man zwei Linien trennen. Laut der Camera & Imaging Products Association (CIPA), dem Branchenverband der japanischen Kamerahersteller, wurden analoge Kompaktkameras (Kameras mit Zentralverschluss) 1997 am meisten ausgeliefert, nämlich 32,52 Millionen Stück; bei digitalen Kompaktkameras (Kameras mit fest eingebautem Objektiv) war es 2008 mit 110,07 Millionen Stück. Das oft genannte „Glanzjahr 2010“ bezieht sich auf alle Digitalkameras zusammen, nicht auf Kompaktkameras.
Hat das Smartphone die digitale Kompaktkamera verdrängt?
Der Zeitpunkt passt, aber man muss genau hinsehen. In ihrer Pressemitteilung von 2012 führte die CIPA den Rückgang 2011 auf das Große Ostjapanische Erdbeben und die Überschwemmungen in Thailand zurück und erwähnte Smartphones nicht; erst ab 2014 schrieb sie, dass Einsteigermodelle mit Smartphones konkurrieren. Die US-Statistik von NPD zeigt dagegen, dass 2011 der Anteil der mit dem Handy aufgenommenen Fotos von 17 % auf 27 % stieg und der Anteil der mit Kompaktkameras aufgenommenen von 52 % auf 44 % fiel.
Sind Kompaktkameras wieder im Trend?
Die Auslieferungen sind tatsächlich gestiegen. Laut CIPA lagen Digitalkameras mit fest eingebautem Objektiv 2023 am Tiefpunkt bei 1,72 Millionen Stück, 2024 kamen 9,2 % hinzu, 2025 weitere 29,6 % auf 2,44 Millionen; das sind aber nur 2,2 % des Höchststands von 2008. Zurückgekommen sind vor allem höhere Preise und junge Käufer: Der durchschnittliche Auslieferungspreis stieg von 9.200 Yen im Jahr 2011 auf 62.200 Yen im Jahr 2025, und der Anteil der Käufer bis 29 Jahre in Japan stieg von 4 % im Jahr 2023 auf 17 % im Jahr 2025. Von Januar bis August 2026 lag das kumulierte Plus noch bei 15,3 %; nach einem Minus von 3,1 % im Juli folgte im August ein Plus von 32,9 % gegenüber dem Vorjahresmonat.
Warum sagt man in Japan nicht mehr バカチョンカメラ?
バカチョンカメラ war eine frühe japanische Umgangsbezeichnung für die Kompaktkamera. Der Bestandteil „チョン“ gilt als abwertende Bezeichnung für Koreaner; das ganze Wort wurde deshalb als im Rundfunk nicht zu verwendendes Wort eingestuft, und die 7. Auflage des Sanseido-Wörterbuchs der japanischen Sprache (2011) hat den Eintrag gestrichen. Offiziell sagt man heute コンパクトカメラ.
Quellen: Das chinesische Original erschien erstmals am 25. September 2026 (Taipeh) und wurde am 27. und 28. Oktober 2026 überarbeitet. Die Auslieferungszahlen reichen bis zur CIPA-Statistik für August 2026 (veröffentlicht am 1. Oktober 2026).
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