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Inhaltsverzeichnis (33)
Farbnegativfilm selbst „beschichten“ können weltweit nur noch etwa fünf Fabriken: Eastman Kodak in den USA, Fujifilm in Japan, Harman Technology in Großbritannien, ORWO (InovisCoat) in Deutschland und Lucky in China. Davon produzieren nur Kodak und Fujifilm wirklich in großen Mengen; die anderen drei fertigen kleine Mengen oder fangen gerade wieder neu an. Die übrigen Marken im Regal, etwa CineStill, Lomography oder Kentmere, kaufen ihr Filmmaterial meist bei diesen Fabriken und verpacken es unter eigenem Namen.
Am wenigsten erwartet man wohl Folgendes: Beim Fujifilm 200 und Fujifilm 400, die Fujifilm in den USA verkauft, deuten sowohl der Vergleich der Datenblätter als auch der DX-Code am Filmrand darauf hin, dass Kodak sie im Auftrag herstellt. Fujifilm selbst bestätigt das nicht und sagt nur, man arbeite „mit mehreren Partnern“ zusammen.
Dieser Artikel betrachtet die Lieferkette für Film aus Sicht der Branchenforschung und zerlegt sie in drei Ebenen: wer Fabriken hat, wer für wen produziert und wer nur umverpackt. Danach geht es darum, was Kodak in den letzten Jahren in seinen Werken getan hat, warum Portra 2026 einen neuen Namen bekommen hat und was hinter den Schlagzeilen von 2025 steckte, Kodak gehe womöglich pleite. Zum Schluss kommen die Preise in den USA und in Japan auf den Tisch. Das Ergebnis vorweg: Film stirbt nicht, er konzentriert sich.
1. Was „Beschichtung“ bedeutet: der Arbeitsschritt, der Filmfabrik und Filmmarke trennt
Der Kernschritt bei der Herstellung eines Films heißt Beschichtung (coating): Die lichtempfindliche Emulsion mit Silberhalogenid wird Schicht für Schicht gleichmäßig auf einen transparenten Filmträger aufgetragen. Bei Farbnegativfilm werden mehrere Emulsionsschichten übereinandergelegt, die jeweils für eine andere Farbe empfindlich sind; Dicke und Rezeptur jeder Schicht bestimmen am Ende die Farben. Dafür braucht es eine komplette Beschichtungsanlage.
Nach der Beschichtung folgt die Konfektionierung (finishing): Die großen Filmbahnen werden auf 35 mm Breite geschnitten, perforiert, in Patronen gespult und verpackt. Dieser Teil ähnelt eher dem Verpacken, die technische Hürde ist viel niedriger.
Am anschaulichsten ist ein Vergleich mit dem Backen. Eine Fabrik mit Beschichtungsanlage ist eine Kuchenfabrik mit eigenem Ofen, die den Teig selbst anrührt; eine Marke ohne Beschichtungsanlage ist eine Konditorei, die Kuchen bei der Fabrik einkauft und in eigene Schachteln mit eigenen Aufklebern packt. Beide verkaufen Kuchen, aber nur die Fabrik bestimmt, wie er schmeckt, und nur wenn die Fabrik stillsteht, fehlt einer ganzen Reihe von Läden gleichzeitig die Ware.
Eine Beschichtungsanlage ist ein Vermögenswert, der sich nur sehr schwer neu aufbauen lässt. Lucky stellte die Produktion von Farbfilm 2012 ein und kam erst 2025 mit dem neu entwickelten C200 auf den Markt zurück, dazwischen lagen dreizehn Jahre. Die britische Fabrik Harman, groß geworden mit Schwarzweißfilm, brachte erst im Dezember 2023 den ersten selbst entwickelten und selbst beschichteten Farbfilm ihrer Geschichte heraus. Wer wissen will, woher eine Filmmarke kommt, stellt deshalb immer zuerst die Frage: Hat sie eine eigene Beschichtungsanlage?
2. Nur noch etwa fünf Fabriken für Farbnegativfilm: wer sie sind und wie es ihnen geht
| Fabrik | Umfang | Stand beim Farbnegativfilm |
|---|---|---|
| Eastman Kodak (Rochester, USA) | groß | weltweit größter Lieferant von Farbnegativfilm, produziert auch für andere Marken |
| Fujifilm (Ashigara, Japan) | groß | eigene Beschichtungsanlagen noch vorhanden; die Farbnegativfilme für Endverbraucher auf dem US-Markt lässt Fujifilm inzwischen bei Kodak fertigen; ob die Farbnegativfilme für Japan selbst beschichtet werden, darüber widersprechen sich die Quellen |
| Harman (Mobberley, Großbritannien) | klein, gerade erst angefangen | im Dezember 2023 Phoenix 200, der erste selbst beschichtete Farbfilm der Fabrik; im Juli 2025 die verbesserte Version Phoenix II; im März 2026 der experimentelle Farbfilm Switch Azure 125 |
| ORWO/InovisCoat (Deutschland) | klein | Farbnegativfilm Wolfen NC500, Rezeptur auf Basis von Agfa-Kinofilm; im Juli 2026 hat Optik Oldschool das Beschichtungswerk übernommen |
| Lucky (China) | klein, gerade zurückgekehrt | Farbfilmproduktion 2012 eingestellt; der neu entwickelte Lucky C200 ist seit 2025 in kleinen Mengen in China erhältlich, seit Juni 2026 auch im US-Handel |
Wichtig an dieser Tabelle ist, „fünf“ und „zwei“ auseinanderzuhalten (Harman ist die Muttergesellschaft der Schwarzweißfilme von Ilford; das Beschichtungswerk von ORWO, InovisCoat, steht in Monheim am Rhein, die Marke ORWO/Wolfen sitzt in Bitterfeld-Wolfen). Fünf Fabriken können Farbnegativfilm selbst beschichten, aber die weltweite Versorgung des Endkundenmarkts tragen nur Kodak und Fujifilm; die Produkte von Harman, ORWO und Lucky sind Nischenangebote in einer ganz anderen Größenordnung. Hinzu kommt, dass selbst Fujifilm die Farbnegativfilme, die es in den USA an Endverbraucher verkauft, nicht mehr selbst herstellt. Tatsächlich ist Kodaks Gewicht bei der Versorgung mit Farbnegativfilm also noch größer.
Für die Aussage „nur noch etwa fünf Fabriken weltweit“ übernehme ich die Liste, die die Filmtest-Website Analog Cafe in ihrem Test des Lucky C200 nennt (Kodak, Harman, Fujifilm, ORWO, Lucky). Die Zahl gilt nur für Farbnegativfilm, nicht für Schwarzweißfilm und nicht für Diafilm. Das „etwa“ steht da, weil die Liste nur aus dieser einen Quelle stammt und es zur Frage, ob Fujifilm für Japan noch selbst beschichtet, zwei Darstellungen gibt (siehe nächster Unterabschnitt). Bis Oktober 2026 habe ich keinen Hinweis darauf gesehen, dass eine Fabrik neu hinzugekommen oder ausgeschieden ist.
Beschichtet Fujifilm die Farbnegativfilme für Japan noch selbst? Die Quellen widersprechen sich
Hier konnte ich keine eindeutige Antwort finden, deshalb steht hier, was die Quellen sagen:
- Die Übersichtsseite cameragx führte Fujifilm im September 2025 als Fabrik, die noch Farbfilm herstellt.
- Dieselbe Artikelreihe von Analog Cafe sagt dagegen, Fujifilm stelle seit dem Ende des Superia X-TRA 400 keinen Farbnegativfilm mehr selbst her.
- Fujifilm selbst hat nie öffentlich erklärt, wer die in Japan verkauften Farbnegativfilme beschichtet.
Vorsichtig formuliert heißt das: Fujifilm hat noch Beschichtungsanlagen (die Produktion von Sofortbildfilm wird im selben Werk in Ashigara sogar ausgebaut), aber bei den Farbnegativfilmen für Endverbraucher, die es in den USA verkauft, deuten die Vergleiche auf Kodak als Auftragsfertiger; zum japanischen Inlandsmarkt gibt es keine Primärquelle, die ein Urteil erlaubt.
Für Schwarzweißfilm gibt es mehr Fabriken: Foma, ADOX und Harman
Schwarzweißfilm ist einfacher herzustellen als Farbfilm, und es gibt mehr Fabriken dafür. Sie werden hier nur kurz aufgeführt, damit sie nicht mit der Liste für Farbnegativfilm vermischt werden:
- Foma Bohemia in Tschechien stellt nur Schwarzweißfilm, Fotopapier und Chemie her, keinen Farbfilm.
- ADOX in Deutschland konfektioniert mit Maschinen, die bei den Werksschließungen von Agfa und der ungarischen Fabrik Forte übrig blieben; 2015 kaufte ADOX eine Beschichtungsmaschine aus der Schweiz, um selbst zu beschichten, und war 2024 noch mit dem Aufbau beschäftigt.
- Harman in Großbritannien stellt neben den Schwarzweißfilmen von Ilford und der eigenen Zweitmarke Kentmere auch Schwarzweißfilm für Marken wie Agfa und Rollei her.
3. Die drei Ebenen der Lieferkette: Beschichtungswerke, Auftragsfertigung und Umverpackung, Handel
Verbindet man die Fabriken oben mit den Marken im Regal, sieht das ungefähr so aus:
| Ebene | Aufgabe | Beispiele |
|---|---|---|
| Ebene 1: Beschichtungswerk |
Kodak, Fujifilm, Harman, ORWO, Lucky: Emulsion ansetzen, beschichten, Farbe und Korn festlegen | Kodak Gold 200, Harman Phoenix II, Wolfen NC500, Lucky C200 |
| Ebene 2a: Auftragsfertigung |
Die Fabrik produziert für eine andere bekannte Marke; auf demselben Band werden andere Markennamen gedruckt | Fujifilm 200/400 von Kodak (Made in USA); Schwarzweißfilme von Harman für Agfa und Rollei |
| Ebene 2b: Umverpackung oder Umbau |
Marken ohne Beschichtungsanlage kaufen Film bei den Fabriken, benennen und verpacken ihn neu, einige bearbeiten ihn auch | CineStill (Kodak-Kinofilm ohne Rückschicht), Lomography, Arista, Kono, Rollei; Kentmere ist Harmans eigene Zweitmarke |
| Ebene 3: Handel |
Filmfachgeschäfte, große Onlinehändler, offizielle Markenshops: einkaufen, Preise festlegen, an Kunden verkaufen | Filmfachgeschäfte, große Onlinehändler und offizielle Markenshops in den einzelnen Ländern |
Die Tabelle zeigt vor allem eines: Es gibt im Regal viel mehr Marken als echte Fabriken. Ein Kunde sieht im Filmgeschäft ein gutes Dutzend Marken, doch verfolgt man den Farbnegativfilm zurück, landet man meist bei einer einzigen Fabrik, Kodak.
CineStill ist das am leichtesten verständliche Beispiel für Umverpackung. CineStill entfernt von Kodaks Kinofilm Vision3 die schwarze Lichthofschutz-Rückschicht (rem-jet), damit ihn auch ein gewöhnliches C-41-Labor entwickeln kann. Die Marke hat eigene Anpassungen und einen eigenen Namen, aber keine eigene Beschichtungsanlage; der Film selbst kommt von Kodak.
Diese Struktur ähnelt stark den Thermosublimationsdruckern in Fotoautomaten. Auf der Seite über Thermosublimation und sechs Techniken für Fotodrucke (auf Chinesisch) habe ich zwei Beobachtungen festgehalten: Das Geld steckt nicht im Gerät, sondern im Verbrauchsmaterial; und eine Handelsmarke ist keine unabhängige Plattform, ein Wechsel zu einem anderen Hersteller verteilt das Risiko nicht unbedingt. Film ist eine noch extremere Fassung derselben Geschichte: Die Kamera ist nur der Einstieg, der Film ist das Verbrauchsmaterial, das man nach jeder Benutzung neu kaufen muss, und hinter diesem Verbrauchsmaterial stehen viel weniger Fabriken, als es Marken im Regal gibt.
4. Warum Ihr Fujifilm-Film von Kodak stammen könnte: Belege und Vorbehalte
Das ist die Frage, die zu diesem Thema am häufigsten gestellt wird. Deshalb folgen hier die Belege einzeln, und es wird klar gesagt, was sich noch nicht sicher sagen lässt.
Die Vergleiche: Datenblatt, DX-Code, Herkunft auf der Packung
- Beim Fujicolor 200 (Neuauflage vom Dezember 2021) sind die charakteristische Kurve (Schwärzungskurve), die spektralen Empfindlichkeitskurven und die spektralen Farbstoffdichtekurven identisch mit dem Datenblatt des Kodak Gold 200 von 2016. Das Fotomagazin PetaPixel berichtete im Januar 2022 über diesen Vergleich. Im Netz liest man oft, „Vertriebsmitarbeiter hätten bestätigt, dass Kodak ihn herstellt“, doch dafür konnte ich keine namentlich belegte, überprüfbare Quelle finden; man kann also nur sagen, dass die Branche das allgemein so sieht.
- Anfang 2022 nahm Fujifilm in den USA den in Japan hergestellten Fujicolor C200 aus dem Verkauf und verkaufte stattdessen den Fujifilm 200 mit der Aufschrift „Made in USA“ auf der Packung.
- Im Juli 2023 erschien ein in den USA hergestellter Fujifilm 400. Die Fotowebsite 35mmc schloss aus dem DX-Code am Filmrand, dass es sich um Kodak UltraMax 400 handelt, auch wenn sich die beiden Datenblätter leicht unterscheiden.
Was Fujifilm sagt: nur „mehrere Partner“
Fujifilm hat nie offiziell bestätigt, dass Kodak für das Unternehmen fertigt. Öffentlich heißt es nur, man arbeite „mit mehreren Partnern“ zusammen. Korrekt formuliert lautet es also: Die Datenblattvergleiche zeigen, und die Branche sieht es allgemein so, dass der in den USA hergestellte Fujifilm 200 und 400 von Kodak im Auftrag gefertigt werden; es heißt nicht „Fujifilm hat es zugegeben“.
Fujifilm stellt einen eigenen Farbnegativfilm nach dem anderen ein
Ordnet man Fujifilms Schritte beim Farbnegativfilm der letzten Jahre zeitlich, sieht man, wie die eigene Produktlinie schrumpft:
| Zeitpunkt | Ereignis |
|---|---|
| 2021 | Pro 400H eingestellt |
| Dezember 2021 bis Anfang 2022 |
Neuauflage des Fujicolor 200; auf dem US-Markt wird stattdessen der Fujifilm 200 „Made in USA“ verkauft |
| 29. März 2023 | Fujifilm nimmt in Japan vorübergehend keine Bestellungen mehr an für Fujicolor 100, Superia Premium 400, Superia X-TRA 400 sowie die Diafilme Velvia und Provia; Begründung: Rohstoffe nicht ausreichend zu beschaffen |
| Juli 2023 | in den USA hergestellter Fujifilm 400 erscheint |
| April 2024 | Superia X-TRA 400 weltweit eingestellt, ersetzt durch Fujifilm 400 |
| Juni 2025 | Die Website führt 400H und X-TRA 400 zeitweise wieder als Produkte; Fujifilm erklärt das danach zum Fehler der Website, beide bleiben eingestellt |
Die Tabelle zeigt eine klare Richtung: Es gibt immer weniger Farbnegativfilme für Endverbraucher, die Fujifilm selbst beschichtet, und immer mehr der Farbnegativfilme mit Fujifilm-Namen auf dem Markt sind in den USA hergestellte Versionen.
Wohin Fujifilms Geld und Kapazität fließen: Sofortbildfilm
Im selben Zeitraum baute Fujifilm die Produktion einer anderen Filmart massiv aus. Am 18. Dezember 2025 kündigte Fujifilm an, weitere rund 5 Mrd. Yen in das Werk Ashigara zu investieren, um die Kapazität für instax-Sofortbildfilm zu erweitern: rund 10 % mehr Kapazität als im Geschäftsjahr 2025, voller Betrieb ab Herbst 2026. Seit 2022 summieren sich die Investitionen auf rund 11,5 Mrd. Yen, die Kapazität liegt rund 50 % über dem Geschäftsjahr 2022. Laut einem Bericht von Nikkei vom Dezember 2025 setzt instax jährlich über 150 Mrd. Yen um, zu 90 % im Ausland, und das Imaging-Geschäft, zu dem instax gehört, steuert rund 40 % des operativen Gewinns des Konzerns bei.
Meine Deutung: Fujifilm steckt seine Mittel in den Sofortbildfilm, bei dem es die Preise selbst bestimmen kann und kaum Konkurrenz hat, und überlässt den klassischen Farbnegativfilm mit kleinen Mengen und harter Konkurrenz Kodak mit seiner größeren Kapazität als Auftragsfertiger. Diese Einschätzung leite ich aus den Investitionen und Produktentscheidungen ab; Fujifilm selbst hat das so nie gesagt. Die Geschichte des Sofortbildfilms steht in der Geschichte der Sofortbildindustrie: Polaroid und instax.
5. Bei Kodak selbst: Ausbau, Produktionspause, Rücknahme des Vertriebs, neuer Name für Portra
Wenn der Farbnegativfilm weltweit größtenteils bei Kodak zusammenläuft, dann betrifft alles, was in Kodaks Werken passiert, den ganzen Markt.
Kodaks Kapazität: 2015 bis 2019 verdoppelt, Konfektionierung seit 2022 rund um die Uhr
- Produktion: Von 2015 bis 2019 stieg Kodaks Produktion von Kleinbild- und Rollfilm für die Fotografie auf mindestens das Doppelte. Der damalige Leiter der Filmsparte, Ed Hurley, sprach von jährlich 15 %, 20 %, manchmal 30 % Wachstum.
- Personal: Seit 2021 hat die Filmsparte rund 350 Leute eingestellt; im Oktober 2022 waren noch 75 Stellen offen, und der zuständige Vizepräsident sagte, die Kapazität komme „immer noch nicht der Nachfrage hinterher“.
- Konfektionierung: Im Oktober 2022 wurde das Schneiden und Verpacken des Films von 40 Stunden pro Woche auf Betrieb rund um die Uhr umgestellt; die Kapazität dieses Abschnitts stieg damit auf rund das Vierfache.
- Auftragsrückstand: Kodak räumte im eigenen 10-Q für das zweite Quartal 2025 ein, dass die gestiegene Nachfrage nach Endkundenfilm zusammen mit Engpässen bei den Anlagen und Personalmangel zu Rückständen geführt habe; 2024 sei der Rückstand dank neuer Mitarbeiter und Investitionen in Anlagen gesunken.
Zusammen zeigen diese vier Punkte: Der Filmmangel Anfang der 2020er-Jahre entstand nicht, weil die Fabrik schließen wollte, sondern weil sie nicht genug produzieren konnte.
November 2024: alle Filmlinien für rund 5 Wochen zur Modernisierung abgeschaltet
In der Telefonkonferenz zum dritten Quartal 2024 kündigte Kodaks CEO an, ab November alle Filmproduktionslinien (Kinofilm und Fotofilm) für rund 5 Wochen zur Modernisierung der Anlagen stillzulegen und vorher zusätzlichen Vorrat zu produzieren.
Nichts zeigt das Risiko der Konzentration deutlicher: Wenn eine Fabrik gleichzeitig sich selbst, den früheren Vertriebspartner und andere Marken mit Farbnegativfilm beliefert und dann fünf Wochen stillsteht, sind im Regal gleich mehrere Marken auf einmal betroffen.
Wer ist Kodak Alaris, und warum holt Kodak sich den Vertrieb zurück?
Hinter Kodak-Film stehen zwei Unternehmen. Eastman Kodak ist das Unternehmen, das den Film in Rochester herstellt; Kodak Alaris ist ein anderes Unternehmen, das 2013, nach der Insolvenz und Restrukturierung von Eastman Kodak im Jahr 2012, Vertrieb und Marketing für Fotofilm übernahm. Im August 2024 verkaufte die britische Sicherungseinrichtung für Betriebsrenten Alaris an die US-Private-Equity-Gesellschaft Kingswood Capital.
Ab Herbst 2025 holte Eastman Kodak den Vertrieb Film für Film zurück:
| Zeitpunkt | Ereignis |
|---|---|
| September bis Oktober 2025 | Eastman Kodak bringt unter eigener Marke Kodacolor 100 und 200 heraus (umbenannte ältere Filme Pro Image 100 und ColorPlus 200, keine neue Emulsion) |
| November 2025 | Gold 200 und UltraMax 400 werden von Eastman Kodak selbst vertrieben, in Verpackung von Eastman Kodak |
| Januar 2026 | Ektar 100 und Tri-X zurück im Eigenvertrieb |
| Februar 2026 | Diafilm Ektachrome zurück im Eigenvertrieb |
| 24. März 2026 | Portra heißt jetzt Ektacolor Pro, T-Max heißt Ektapan; alle Kodak-Fotofilme werden wieder von Eastman Kodak selbst vertrieben |
Kodak erklärte im Bericht zum dritten Quartal 2025, mit der Rücknahme des Vertriebs wolle man den Markt für Endkundenfilm besser steuern und Preise und Lieferungen stabiler machen. Die Tabelle zeigt, dass Kodak mit den billigsten Endkundenfilmen mit den größten Stückzahlen anfing und die Profifilme zuletzt anging; die Reihenfolge sieht aus, als habe man erst das Kerngeschäft gesichert und dann die Produkte mit umstrittenen Namen angefasst. Laut einer Übersicht von Kosmo Foto vom April 2026 waren Kodacolor 100 und 200 zum Start in den USA rund 1 US-Dollar günstiger als die gleichen Filme aus dem Vertrieb von Alaris; dieser Preisunterschied gilt nur für diese beiden Filme, in Großbritannien lagen die Preise etwa auf dem Niveau der Alaris-Zeit.
Aus Portra wird Ektacolor Pro: Was im Regal noch Portra heißt, ist Lagerware von vor der Umbenennung
| Alter Name (Marke: Alaris) |
Neuer Name (ab 24.3.2026) |
|---|---|
| Portra 160 | Ektacolor Pro 160 |
| Portra 400 | Ektacolor Pro 400 |
| Portra 800 | Ektacolor Pro 800 |
| T-Max 100 | Ektapan 100 |
| T-Max 400 | Ektapan 400 |
| T-Max P3200 | Ektapan P3200 |
Die Gegenüberstellung bedeutet: Portra wird nicht eingestellt, nur der Name ändert sich. Die Emulsion bleibt gleich; der Grund für die Umbenennung ist, dass die Marken Portra und T-Max bei Kodak Alaris liegen und Eastman Kodak sie nach der Rücknahme des Vertriebs nicht mehr verwenden darf.
Das heißt: Was im Regal noch mit Portra bedruckt ist, ist Lagerware, die vor der Umbenennung ausgeliefert wurde; neue Lieferungen kommen in der Verpackung von Ektacolor Pro. Wer einfach fotografieren will: Beide Namen stehen für denselben Film, für den „letzten Portra“ muss man also keinen Aufpreis zahlen.
6. Kodaks „Zweifel an der Unternehmensfortführung“ 2025: Das Problem waren Schulden, nicht Film
Im August 2025 berichteten viele Medien, Kodak könne womöglich nicht überleben. Dieser Abschnitt stützt sich ausschließlich auf Primärdokumente der US-Börsenaufsicht SEC und ordnet den zeitlichen Ablauf.
| Datum | Dokument | Inhalt |
|---|---|---|
| eingereicht am 11. August 2025 |
Kodak 10-Q für das zweite Quartal 2025 | Das Unternehmen hat innerhalb von 12 Monaten fällige Schulden, aber keine zugesagte Finanzierung und nicht genug liquide Mittel, um sie zu begleichen; daher bestehen „erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Unternehmens zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit“. Am 30. Juni 2025 lagen 155 Mio. US-Dollar Barmittel in den Büchern, davon 70 Mio. in den USA |
| 14. August 2025 | offizielle Erklärung von Kodak | eine von den Rechnungslegungsstandards verlangte technische Angabe, keine Pläne zur Betriebseinstellung oder Insolvenz; im zweiten Quartal nur 3 Mio. US-Dollar Barmittel verbraucht |
| eingereicht im November 2025 |
Kodak 10-Q für das dritte Quartal 2025 | Nach der Abwicklung des US-Pensionsplans (KRIP) sollen die übrigen Mittel im Dezember 2025 an das Unternehmen zurückfließen, genug, um die innerhalb von 12 Monaten fälligen Schulden zu begleichen; die früheren Zweifel sind „ausgeräumt“ |
Die Tabelle führt zu folgendem Schluss: Die Warnung war ein Problem der Finanzstruktur, zwischen Ankündigung und Entwarnung lagen etwa drei Monate, und Auslöser waren fällige Schulden und noch nicht zurückgeflossene Pensionsmittel; mit dem Filmgeschäft hatte das nichts zu tun.
Im selben 10-Q für das dritte Quartal erzielte der Geschäftsbereich Advanced Materials & Chemicals, zu dem Film gehört, im dritten Quartal 82 Mio. US-Dollar Umsatz, 15 % mehr als im Vorjahresquartal; in den ersten drei Quartalen zusammen waren es 231 Mio. US-Dollar, 14 % mehr. Zu beachten ist, dass dieser Bereich auch Kinofilm, Industriefilm und Chemikalien umfasst; den Umsatz mit Endkundenfilm weist Kodak nicht gesondert aus. Im selben Quartal machte das Druckgeschäft 66 % von Kodaks Gesamtumsatz aus. Film ist nur ein kleiner Teil von Kodak, aber der Teil, der wächst.
Auch die späteren Finanzberichte passen zu diesem Schluss. Der im August 2026 veröffentlichte Bericht zum zweiten Quartal (bis 30. Juni 2026):
- Gesamtumsatz 311 Mio. US-Dollar, 18 % mehr als im Vorjahresquartal.
- Umsatz des Bereichs Advanced Materials & Chemicals 105 Mio. US-Dollar, 40 % mehr als im Vorjahresquartal.
- Im ersten Halbjahr rund 101 Mio. US-Dollar an befristeten Darlehen zurückgezahlt; die langfristigen Schulden sanken von rund 208 Mio. US-Dollar Ende 2025 auf rund 108 Mio. US-Dollar, die Barmittel lagen bei 290 Mio. US-Dollar.
Auch hier gilt: Die 40 % sind das Wachstum des gesamten Geschäftsbereichs; wie viel Fotofilm verkauft wurde, steht nicht gesondert im Bericht.
Die Schlussfolgerung „Kodak geht pleite, also verschwindet der Film“ hält deshalb in beiden Teilen nicht: Das Problem des Unternehmens lag nicht beim Film, und die Filmsparte wächst sogar.
7. Filmpreise: in den USA gesunken, in Japan gestiegen
USA: Gold 200 von 11 wieder auf 9 US-Dollar
| Film | 4/2019 | 1/2022 | 7/2026 |
|---|---|---|---|
| Portra 400 | 7,80 | 12,80 | ca. 17,85 |
| Gold 200 | 4,50 | 11,00 | ca. 8,99 |
| Ektar 100 | 6,75 | 16,00 | ca. 16,00 |
| X-TRA 400 | 3,33 | 7,33 | eingestellt |
Angaben in US-Dollar für eine Einzelrolle Kleinbildfilm (135) mit 36 Aufnahmen. Der Preis des Portra 400 für 2026 ist aus einer Fünferpackung umgerechnet, der des Ektar 100 aus einer Zehnerpackung; X-TRA 400 ist der Fujicolor Superia X-TRA 400. Die Preise von 2019 und 2022 stammen aus archivierten Seiten des US-Fotohändlers B&H, zusammengestellt von Fstoppers, die Preise von 2026 aus einer Übersicht der Filmpreis-Vergleichsseite pellica vom Juli 2026. Quellen und Packungsgrößen sind nicht ganz einheitlich, die Zahlen taugen nur, um die Richtung zu sehen.
Die Richtung ist eindeutig: 2019 bis 2022 waren drei Jahre mit drastisch steigenden Filmpreisen, der Gold 200 wurde um rund 144 % teurer. Nach 2022 fiel der Endkundenfilm Gold 200 aber wieder auf etwa 9 US-Dollar, während der Profifilm Portra 400 weiter stieg. Bei den Endkundenfilmen, die die meisten Leute verwenden, ist die teuerste Zeit vorbei.
Silber in einem Jahr 140 % teurer, Ladenpreise nur 2,5 %
Eigentlich besteht das lichtempfindliche Material von Film aus Silberhalogenid, und ein teureres Silber müsste sich im Filmpreis niederschlagen. 2025 stieg Silber von rund 30 US-Dollar je Unze auf im Tagesverlauf über 82 US-Dollar, ein Jahresplus von fast 140 %, und auf dem Markt fürchtete man zeitweise kräftige Preissprünge bei Film. Aus diesem Zeitraum gibt es folgende Meldungen zu Preiserhöhungen:
- Kodak Alaris kündigte ab 1. Februar 2026 je nach Produkt Erhöhungen von 1 bis 39 % an, begründet mit stark gestiegenen Silber- und Bauteilkosten (wiedergegeben vom niederländischen Händler Analogspace); schon im März 2023 waren es im Schnitt 17 %, im Januar 2025 bei den meisten Produkten 5 bis 8 %.
- Harman erhöhte im April 2025 wegen der US-Zölle die Preise für Filme und Fotopapiere von Ilford und Harman auf dem US-Markt um 11 % und für flüssige Chemie um 12 %; die Phoenix-Reihe wurde nicht teurer.
- Fujifilm erhöhte in Japan 2025 und 2026 nacheinander die Preise (siehe nächster Abschnitt).
Die tatsächlichen Ladenpreise sind aber nicht entsprechend explodiert. Die Filmtest-Website Analog Cafe verfolgte 13 Händler und 37 Filme; im ersten Halbjahr 2026 stiegen die Preise im Schnitt nur um 2,5 %. Im Einzelnen wurde Kodacolor 200 um 10,5 % teurer, Ektapan 400 dagegen um 4,9 % billiger und UltraMax 400 um 2,6 % billiger.
Für die Lücke zwischen den angekündigten Erhöhungen und den tatsächlichen Ladenpreisen habe ich keine direkte Erklärung gefunden. Ein möglicher Grund: Im selben Zeitraum holte Eastman Kodak den Vertrieb zurück, und die neuen Verpackungen waren günstiger bepreist als die Alaris-Versionen, was einen Teil der Erhöhungen ausgeglichen hätte. Das ist aber meine Vermutung, eine Quelle bestätigt es nicht.
Japan: Fujifilm erhöht Jahr für Jahr, Einwegkamera QuickSnap (写ルンです) auf einen Schlag 44 % teurer
| Gültig ab | Inhalt |
|---|---|
| 1. April 2022 | Film 20 bis 60 % teurer; ab Mai Farbfotopapier 10 bis 20 % und Entwicklerchemie rund 10 % teurer; ab Juni professionelle Laborleistungen 8 bis 94 % teurer |
| Juni 2023 | QuickSnap rund 13 % teurer |
| 1. April 2025 | Farbnegativfilm 135 rund 21 bis 22 % teurer, QuickSnap rund 44 %, Diafilm rund 31 bis 52 %; QuickSnap im Direktverkauf von 1.980 auf 2.860 Yen |
| 1. April 2026 | QuickSnap erneut rund 5 % teurer (laut Nikkei rund 2.990 Yen); instax-mini-Film rund 22 bis 27 % teurer |
Von den beiden Märkten stiegen die Preise in Japan am stärksten. Fujifilm nannte jedes Mal steigende Kosten für Rohstoffe, Bauteile und Transport als offiziellen Grund.
Die Einwegkamera Fujifilm QuickSnap (japanischer Name 写ルンです) kostete bei ihrem Start 1986 1.380 Yen und 2026 rund 2.990 Yen. Laut einem Nikkei-Bericht vom Juli 2025 war sie in Tokioter Elektronikmärkten nach den Preiserhöhungen trotzdem oft kurz nach Lieferung ausverkauft und auf ein Exemplar pro Person begrenzt. Die ganze Geschichte dieser Einwegkamera steht in 40 Jahre 写ルンです: Branchengeschichte (auf Chinesisch).
8. Neue Akteure: Harman Phoenix, Lucky C200, ORWO
Von den fünf Fabriken haben die letzten drei in den 2020er-Jahren neue Schritte gemacht und damit die Bezugsquellen für Farbnegativfilm um einige Optionen erweitert:
- Harman brachte am 1. Dezember 2023 den Phoenix 200 heraus, den ersten selbst entwickelten und selbst beschichteten Farbfilm der Fabrik. Wegen markenrechtlicher Beschränkungen darf Harman Farbfilm nicht unter dem Namen Ilford verkaufen und verwendet deshalb den eigenen Namen. Am 16. Juli 2025 folgte der Phoenix II (135 und 120) mit neu gestalteten Farbschichten, damit Kontrast, Farben und Korn näher an gewöhnlichem Farbnegativfilm liegen.
- Harman erhielt 2024 von der Lloyds Bank eine Finanzierung in achtstelliger Pfundhöhe; eine neue Konfektionierungsmaschine soll die jährliche Produktion von Filmpatronen auf mindestens das Doppelte steigern. Das Werk in Mobberley ist 48 Acres groß und hat rund 200 Beschäftigte.
- Lucky stellte die Produktion von Farbfilm 2012 ein; der neu entwickelte Lucky C200 ist seit 2025 in kleinen Mengen in China erhältlich und seit Juni 2026 auch im US-Handel.
- Harman brachte im März 2026 außerdem den Switch Azure 125 heraus, einen experimentellen Farbnegativfilm mit absichtlich vertauschten Farbkupplern. Er liefert ungewöhnliche Farbstiche und hohe Sättigung und ist als Kreativfilm gedacht, nicht als Alltagsfilm wie der Phoenix.
- Der Wolfen NC500 von ORWO (InovisCoat) ist ein Farbnegativfilm auf Basis einer Agfa-Kinofilmrezeptur. Im Juli 2026 übernahm das deutsche Unternehmen Optik Oldschool das Beschichtungswerk InovisCoat und FilmoTec/Original Wolfen; die Fabrik hat damit einen neuen Eigentümer, wie es mit der Produktlinie weitergeht, bleibt abzuwarten.
- In China veröffentlichte außerdem Light Lens Lab im Januar 2025 Beispielbilder eines Schwarzweißfilms mit eigener neuer Emulsion; ein Farbnegativfilm ist das noch nicht.
Gemeinsam ist diesen neuen Akteuren, dass ihre Mengen noch klein sind und sie Kodaks Position kurzfristig nicht ins Wanken bringen. Aber für das Risiko, dass Farbnegativfilm zu stark von einer einzigen Fabrik, Kodak, abhängt, gibt es jetzt erste Ausweichmöglichkeiten.
Wie groß ist der Markt? Ich zitiere nur die Hersteller selbst
Für die Größe des Filmmarkts verwende ich nur Aussagen der Hersteller selbst:
- Kodak sagt, die Produktion von Fotofilm habe sich von 2015 bis 2019 auf mindestens das Doppelte gesteigert, bei jährlich 15 bis 30 % Wachstum.
- Harman sagte 2024 in einem Interview, der Markt sei in den vergangenen rund acht Jahren stetig um 4 bis 5 % pro Jahr gewachsen, getragen von neuen jungen Nutzern.
Zahlen von Marktforschungsfirmen zitiere ich nicht, weil sie nicht zueinander passen und ihre Methoden nicht nachvollziehbar sind. Ein Bericht nennt zum Beispiel für 2025 eine Marktgröße für Filmkameras von 638 Mio. US-Dollar, ein anderer für 2023 278 Mio. US-Dollar, ein Unterschied von mehr als dem Doppelten in zwei Jahren; auch für Angaben wie „2024 wurden weltweit 120 Mio. Filmrollen produziert“ ist keine ursprüngliche Berechnung zu finden. Statt einer Zahl, von der niemand weiß, wie sie zustande kam, verwende ich lieber nur die Aussagen von Herstellern, die für ihre eigenen Zahlen geradestehen, auch wenn das nur der Teil ist, den sie veröffentlichen wollen.
9. Film stirbt nicht, er konzentriert sich: Was das für Nutzer von Einweg- und Kompaktkameras bedeutet
Fasst man die acht Abschnitte zusammen, lautet das Ergebnis: Film stirbt nicht. Kodaks Produktion von Fotofilm hat sich von 2015 bis 2019 verdoppelt, der Umsatz des Geschäftsbereichs, zu dem Film gehört, wächst weiter, Fujifilm baut die Fabrik für Sofortbildfilm aus, Harman und Lucky bringen neue Produkte. Was tatsächlich passiert, ist Konzentration: Die Versorgung mit Farbnegativfilm läuft immer stärker bei einer Fabrik, Kodak, zusammen; die Zahl der Marken wächst, die Zahl der Fabriken nicht.
Für Kunden hat Konzentration zwei Seiten. Der Vorteil: Die Größe stabilisiert die Preise; der Gold 200 fiel in den USA von 11 auf 9 US-Dollar, und selbst der starke Anstieg des Silberpreises kam nicht spürbar in den Ladenpreisen an (im ersten Halbjahr 2026 im Schnitt nur 2,5 % mehr). Der Nachteil ist das Klumpenrisiko: Steht Kodak fünf Wochen still oder wechselt der Vertrieb den Besitzer, fehlen im Regal gleich mehrere Marken auf einmal oder bekommen neue Namen.
Für verschiedene Nutzer bedeutet das Verschiedenes:
- Wer mit einer analogen Kompaktkamera den Alltag fotografiert, kann Kodak Gold 200 und den in den USA hergestellten Fujifilm 200 als Filme mit denselben Kurven betrachten. Es ist sinnvoll, einfach den zu kaufen, der gerade günstiger ist, denn die Kurven in den Datenblättern sind gleich, der Unterschied liegt vor allem in Verpackung und Preisgestaltung im Handel. Woher die Kompaktkamera selbst kommt, steht in Was ist eine Kompaktkamera? 1977 bis 2026 (auf Chinesisch).
- Wer bisher mit Portra fotografiert, muss für den „letzten Portra“ weder Vorräte anlegen noch einen Aufpreis zahlen, denn Ektacolor Pro ist dieselbe Emulsion unter neuem Namen; vergleichen sollte man Ablaufdatum und Lagerzustand, nicht den Namen auf der Packung.
- Wer einmal andere Farben ausprobieren will: Lucky C200 und Harman Phoenix II sind Optionen, die tatsächlich aus anderen Fabriken stammen; die Preise, die dieser Artikel im September 2026 in Taiwan ermittelt hat, lagen etwa auf dem Niveau des Gold 200, ein Fehlversuch kostet also nicht viel.
- Wer eine Einwegkamera kauft, weiß meist nicht, wessen Film darin steckt: Die offiziellen Daten der QuickSnap nennen nur „ISO400 135 Negativfilm“ ohne Marke, und ob darin heute in Japan hergestellter Film oder Film aus Kodaks Auftragsfertigung steckt, konnte ich nicht herausfinden.
- Wer bei Einwegkameras auf die Umwelt achtet, sollte wissen, dass „Einweg“ nicht wirklich wegwerfen heißt: Fujifilm eröffnete 1990 ein Recyclingzentrum für QuickSnap und verband 1998 Recycling, Wiederverwendung und Produktion zu einem Kreislauf-Produktionssystem; laut Daten von 2005 lag der wiederverwertbare Gewichtsanteil bei 95 %. Das ist auch einer der Gründe, warum man das Kameragehäuse nach dem Entwickeln nicht zurückbekommt.
Ein letzter, oft übersehener Punkt ist das Entwickeln. Die Filmpreise haben sich stabilisiert, das Entwickeln wird aber teurer (zum Beispiel erhöhte ein Fotolabor in Taipeh im Februar 2026 den Preis für das Entwickeln von Farbnegativfilm 135, begründet mit den Kosten für Chemie und Verbrauchsmaterial). Wer die Gesamtkosten einer Filmrolle ausrechnet, muss Entwickeln und Scannen mitrechnen.
Weiterlesen
- Einwegkamera, Sofortbildkamera und Kompaktkamera: die Unterschiede (Serienübersicht, auf Chinesisch): wie die drei Kameratypen Bilder liefern, was ein Bild kostet und welche man wählen sollte.
- Warum ist die Einwegkamera wieder beliebt? 40 Jahre 写ルンです (auf Chinesisch): Branchengeschichte der Einwegkamera von Fujifilm, vom Höchststand mit 89,6 Mio. Stück bis zur Preiserhöhung um 44 % mit weiterhin begrenzter Abgabe.
- Was ist eine Kompaktkamera? (auf Chinesisch): Geschichte der Kompaktkamera von 1977 bis 2026 und Lieferzahlen der CIPA.
- Geschichte der Sofortbildindustrie: Polaroid und instax, der Film, mit dem Fujifilm wirklich Geld verdient.
- Warum Fotoautomaten Thermosublimation verwenden (auf Chinesisch): sechs Techniken für Fotodrucke und ein weiteres Beispiel dafür, dass das Geld im Verbrauchsmaterial steckt und die Lieferkette konzentrierter ist, als es aussieht.
Anhang: Was ich nicht herausfinden konnte
Diesen Fragen bin ich nachgegangen, habe aber keine verlässliche Antwort gefunden; deshalb stehen sie in diesem Artikel nicht als Ergebnis, und ich habe die Lücken auch nicht mit Schätzungen gefüllt:
- Ob Fujifilm die in Japan verkauften Farbnegativfilme heute selbst beschichtet oder fremd fertigen lässt: Zwei Übersichtsquellen sagen das Gegenteil, und von Fujifilm gibt es keine Aussage aus erster Hand.
- Ob in der QuickSnap heute in Japan hergestellter Film oder Film aus Kodaks Auftragsfertigung steckt: Die offiziellen Daten nennen nur ISO400 135 Negativfilm.
- Ob Kodaks Einwegkameras (FunSaver und andere) heute von Kodak Alaris oder von Eastman Kodak vertrieben werden: Die Website von Alaris führt diese Modelle noch.
- Kodaks Umsatz mit Endkundenfilm für sich: Der Finanzbericht weist nur den gesamten Geschäftsbereich einschließlich Kino- und Industriefilm aus.
- Liefermengen oder jährliche Wachstumsraten für Film in Japan in den letzten Jahren.
- Recyclingquote und Wiederverwendungsquote von Teilen der QuickSnap in den 2020er-Jahren sowie der Recyclinganteil bei Kodaks Einwegkameras.
- Der genaue Grund, warum die Ladenpreise im ersten Halbjahr 2026 viel weniger stiegen, als Alaris angekündigt hatte.
Anhang: Quellen
- Liste der fünf Fabriken für Farbnegativfilm: Analog Cafe, „Lucky C200 film review“: https://www.analog.cafe/r/lucky-c200--film-review-p0zm – geprüft am 2026-09-25
- Übersicht über Fabriken und umverpackende Marken: cameragx, „Who’s really manufacturing film in 2025“: https://cameragx.com/2025/09/09/whos-really-manufacturing-film-in-2025/ – 2025-09-09
- Start des Harman Phoenix 200: PetaPixel: https://petapixel.com/2023/12/01/harman-photos-brand-new-color-film-is-called-phoenix-200/ – 2023-12-01
- Start des Harman Phoenix II: Kosmo Foto: https://kosmofoto.com/2025/07/harman-technology-releases-phoenix-ii-colour-negative-film/ – 2025-07
- Start des Harman Switch Azure 125: Analog Cafe, „Film photography news March 2026 recap“: https://www.analog.cafe/r/film-photography-news-march-2026-recap-k49r – 2026-03
- Harmans Finanzierung, Kapazität und Aussagen zum Marktwachstum: The Manufacturer: https://www.themanufacturer.com/articles/iconic-film-brand-on-a-roll-following-multi-million-investment/ – 2024-07-09
- Harmans Preiserhöhung in den USA wegen der Zölle: PetaPixel: https://petapixel.com/2025/04/11/harman-is-raising-us-ilford-film-and-paper-prices-in-response-to-tariffs/ – 2025-04-11
- ORWO Wolfen NC500: Casual Photophile: https://casualphotophile.com/2023/05/17/wolfen-nc500-color-film-review/ – 2023-05-17
- Standort von InovisCoat (Monheim am Rhein) und Übernahme von InovisCoat und FilmoTec/Original Wolfen durch Optik Oldschool im Juli 2026: Kosmo Foto: https://kosmofoto.com/2026/07/optik-oldschool-takes-ownership-of-inoviscoat-and-filmotec-the-home-of-original-wolfen-films/ – 2026-07; Firmenseite bei ChemEurope: https://www.chemeurope.com/en/companies/1041223/inoviscoat-gmbh.html
- Neuer Lucky C400 und Absatz des C200: Meldung auf der Website der chinesischen Lucky-Gruppe: https://www.luckyfilm.com/index/Article/info.html?cate=27&id=8260 – 2026-08-04
- Lucky und neue Emulsionen aus China: Kosmo Foto: https://kosmofoto.com/2025/04/chinese-companies-are-setting-their-sights-on-a-new-prize-film/ – 2025-04; Lucky C200 in den USA: PetaPixel: https://petapixel.com/2026/06/02/china-luckys-new-color-c200-film-has-arrived-in-the-us-and-looks-great/ – 2026-06-02
- Produktlinie von Foma: Website von Foma Bohemia: https://www.foma.cz/en/photomaterials – geprüft am 2026-09-25
- Anlagen und Beschichtungspläne von ADOX: Wikipedia, „ADOX“: https://en.wikipedia.org/wiki/ADOX – geprüft am 2026-09-25
- CineStill und das Entfernen der Rückschicht (rem-jet): Wikipedia, „Cinestill“: https://en.wikipedia.org/wiki/Cinestill – geprüft am 2026-09-25
- Datenblattvergleich Fujicolor 200 und Kodak Gold 200: PetaPixel: https://petapixel.com/2022/01/10/fujifilms-new-fujicolor-200-looks-to-be-kodak-gold-200-in-disguise/ – 2022-01-10
- Vergleich Fujifilm 400 (Made in USA) und Kodak UltraMax 400: 35mmc: https://www.35mmc.com/11/07/2023/fujifilm-400-made-in-the-usa-vs-kodak-ultramax-400-the-same-or-different/ – 2023-07-11
- Fujifilm Japan nimmt vorübergehend keine Bestellungen an: PetaPixel: https://petapixel.com/2023/03/29/fujifilm-japan-stops-accepting-orders-for-color-film-amid-supply-issues/ – 2023-03-29
- Einstellung des Superia X-TRA 400: Kosmo Foto: https://kosmofoto.com/2024/04/fujifilm-axes-fujicolor-superia-x-tra-400/ – 2024-04
- 400H und X-TRA 400 irrtümlich auf der Website gelistet: PetaPixel: https://petapixel.com/2025/06/30/fujifilm-says-beloved-400h-and-superia-films-remain-discontinued/ – 2025-06-30
- Investition in das instax-Werk Ashigara: Pressemitteilung von Fujifilm: https://www.fujifilm.com/es/en/news/hq/13167 – 2025-12-18
- Umsatz von instax und Gewinnanteil des Imaging-Geschäfts: Nikkei: https://www.nikkei.com/article/DGXZQOUC181H60Y5A211C2000000/ – 2025-12
- Verdopplung von Kodaks Produktion 2015 bis 2019: Kosmo Foto: https://kosmofoto.com/2020/01/eastman-kodaks-still-film-production-more-than-doubled-in-the-last-four-years/ – 2020-01
- Kodaks Personalsuche und Konfektionierung rund um die Uhr: WXXI News: https://www.wxxinews.org/local-news/2022-10-14/eastman-kodak-is-trying-to-fill-jobs-for-film-manufacturing – 2022-10-14
- Kodaks Produktionspause zur Modernisierung im November 2024: Kosmo Foto: https://kosmofoto.com/2024/11/eastman-kodak-pauses-all-film-production-in-november-to-upgrade-manufacturing-plant/ – 2024-11
- Geschichte und Verkauf von Kodak Alaris: Wikipedia, „Kodak Alaris“: https://en.wikipedia.org/wiki/Kodak_Alaris – geprüft am 2026-09-25
- Eastman Kodak verkauft Endkundenfilm wieder direkt: DPReview: https://www.dpreview.com/articles/9968457398/eastman-kodak-has-resumed-direct-sales-of-consumer-film-after-more-than-a-decade/ – 2025
- Rücknahme von Ektar und Tri-X: PetaPixel: https://petapixel.com/2026/01/21/ektar-and-tri-x-are-now-being-distributed-directly-by-kodak/ – 2026-01-21
- Rücknahme von Ektachrome: PetaPixel: https://petapixel.com/2026/02/12/ektachrome-slide-film-is-now-distributed-directly-by-kodak/ – 2026-02-12
- Portra heißt Ektacolor Pro, T-Max heißt Ektapan: Kosmo Foto: https://kosmofoto.com/2026/03/eastman-kodak-reveals-new-ektacolor-pro-and-ektapan-film-ranges/ – 2026-03-24; PetaPixel: https://petapixel.com/2026/03/24/kodaks-ektacolor-pro-film-is-the-new-name-of-the-beloved-portra/ – 2026-03-24
- Kodak vertreibt alles wieder selbst, Kodacolor als umbenannte Pro Image 100/ColorPlus 200 und Preise der neuen Verpackungen: Kosmo Foto: https://kosmofoto.com/2026/04/eastman-kodak-is-distributing-all-its-films-again-what-happens-next/ – 2026-04
- Kodak 10-Q für das zweite Quartal 2025 (Zweifel an der Unternehmensfortführung, Barmittel, Auftragsrückstand): SEC: https://www.sec.gov/Archives/edgar/data/31235/000095017025106568/kodk-20250630.htm – eingereicht am 2025-08-11
- Offizielle Erklärung von Kodak: https://www.kodak.com/en/company/blog-post/statement-regarding-misleading-media-reports/ – 2025-08-14 (Datum laut Website)
- Kodak 10-Q für das dritte Quartal 2025 (Ausräumung der Zweifel, Umsatz des Geschäftsbereichs): SEC: https://www.sec.gov/Archives/edgar/data/31235/000119312525269608/kodk-20250930.htm – eingereicht im November 2025
- Pressemitteilung zu Kodaks Finanzergebnissen für das zweite Quartal 2026 (Umsatz, Geschäftsbereich, Schulden und Barmittel): SEC: https://www.sec.gov/Archives/edgar/data/0000031235/000119312526332861/kodk-ex99_1.htm – eingereicht im August 2026, geprüft am 2026-10-27
- Filmpreise in den USA 2019 und 2022: Fstoppers: https://fstoppers.com/film/does-chart-reveal-kodak-self-imploding-again-are-other-film-manufacturers-595687 – 2022-02-16
- Filmpreise in den USA 2026: pellica: https://pellica.app/blog/film-prices-2026-guide/ – aktualisiert am 2026-07-03
- Ladenpreise im ersten Halbjahr 2026: Bericht von PetaPixel über die Erhebung von Analog Cafe: https://petapixel.com/2026/07/09/report-shows-that-despite-some-shifts-film-prices-remain-stable/ – 2026-07-09
- Silberpreis und Film: PetaPixel: https://petapixel.com/2025/12/29/will-skyrocketing-silver-prices-make-photo-film-even-more-expensive/ – 2025-12-29
- Preiserhöhung von Kodak Alaris im Februar 2026: Analogspace (niederländischer Händler): https://analogspace.nl/blogs/news/kodak-alaris-film-price-increase-2026 – 2026-01
- Preiserhöhung von Kodak Alaris im März 2023: Kosmo Foto: https://kosmofoto.com/2022/12/new-kodak-alaris-price-rises-announced-for-march-2023/ – 2022-12; Preiserhöhung im Januar 2025: Kosmo Foto: https://kosmofoto.com/2024/11/kodak-alaris-announces-price-rises-for-january-2025-but-tri-x-is-getting-cheaper/ – 2024-11
- Preiserhöhung von Fujifilm in Japan 2022: デジカメ Watch: https://dc.watch.impress.co.jp/docs/news/1399275.html – 2022-03
- Preiserhöhung von Fujifilm in Japan 2025: Mitteilung von 富士フイルムイメージングシステムズ: https://www.fujifilm.com/ffis/ja/news/177 – 2025-04; Nikkei: https://www.nikkei.com/article/DGXZQOUC02CZ00S5A400C2000000/ – 2025-04; デジカメ Watch: https://dc.watch.impress.co.jp/docs/news/2003382.html – 2025-04-02
- Preiserhöhung von Fujifilm in Japan 2026: Mitteilung von 富士フイルムイメージングシステムズ: https://www.fujifilm.com/ffis/ja/news/188 – 2026-03-31; デジカメ Watch: https://dc.watch.impress.co.jp/docs/news/2098168.html – 2026-04-01
- Preis der QuickSnap (写ルンです) 2026 rund 2.990 Yen: Nikkei: https://www.nikkei.com/article/DGXZQOUC2984J0Z20C26A6000000/ – 2026-06
- Neue Beliebtheit der QuickSnap (写ルンです) und Abgabebegrenzung: 日経ビジネス: https://business.nikkei.com/atcl/gen/19/00155/070700250/ – 2025-07-08
- Technische Daten der QuickSnap (写ルンです): Website von Fujifilm: https://www.fujifilm.com/jp/ja/consumer/films/utsurundesu/specifications – geprüft am 2026-09-25
- Recycling und Kreislaufproduktion der QuickSnap (写ルンです): Website von Fujifilm: https://www.fujifilm.com/jp/ja/about/sustainability/environment/promote-recycling-of-resources – geprüft am 2026-09-25; Recyclingdaten von 2005: Japan for Sustainability: https://www.japanfs.org/sp/ja/news/archives/news_id027301.html – 2005-02
- Produktseite der Kodak-Einwegkameras: Kodak Professional: https://www.kodakprofessional.com/photographers/film/single-use-cameras – geprüft am 2026-09-25
- Zahlen von Marktforschungsfirmen (in diesem Artikel nicht zitiert, nur zur Erklärung, warum nicht): Market Reports World: https://www.marketreportsworld.com/market-reports/film-camera-market-14722876 ; Cognitive Market Research: https://www.cognitivemarketresearch.com/film-camera-market-report – geprüft am 2026-09-25
Bildnachweise
Die Fotos und die schematische Grafik in diesem Artikel stammen aus frei lizenzierten Dateien bei Wikimedia Commons; Urheber und Lizenz stehen auch unter dem jeweiligen Bild. Dazu kommen 6 Screenshots von Herstellerwebsites und SEC-Dokumenten; sie dienen als Zitat und Beleg und zeigen nur die für den Text relevanten Ausschnitte.
- Abschnitt 1: schematische Darstellung der Schichten eines Farbnegativfilms (gezeichnet nach dem Datenblatt des Fujifilm Superia 200). Urheber: Bostwickenator, CC BY-SA 4.0. Original: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Fujicolor_superia_film_structure.svg – auf dieser Website gezeigt wird eine bearbeitete Fassung mit ins Deutsche übersetzten Beschriftungen, ebenfalls unter CC BY-SA 4.0.
- Abschnitt 4: Kodak Gold 200 in der Verkaufsverpackung. Foto: Willwongprd, CC BY-SA 4.0. Original: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Kodak_Gold_200_Film_Retail_Package.jpg
- Abschnitt 4: Schachteln und Patronen von Fujifilm Superia X-TRA. Foto: Nxr-at, CC BY-SA 4.0. Original: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Fujifilm_135_film_cartridges_Superia_X-TRA_200_400_800.JPG
- Titelbild und Abschnitt 5: Werksgelände Kodak Park in Rochester (2010). Foto: DanielPenfield, CC BY-SA 3.0; das Titelbild hat diese Website auf 16:9 zugeschnitten. Original: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Kodak_Park_from_Seneca_Park.JPG
- Abschnitt 8: Werk von Harman Technology in Mobberley aus der Luft (2023). Foto: Thomas Nugent, CC BY-SA 2.0. Original: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Harman_Technology_Mobberley_site_from_the_air_-_geograph.org.uk_-_7628118.jpg
- Abschnitt 5: Produktseite Kodak EKTACOLOR PRO 400 (Screenshot): Kodak-Website, https://www.kodak.com/en/still-film/product/professional/ektacolor/ektacolor-pro-400-film/ – aufgenommen am 25. September 2026, Zitat als Beleg.
- Abschnitt 6: Abschnitt zur Unternehmensfortführung im 10-Q von Kodak für das zweite Quartal 2025 (Screenshot): SEC EDGAR, https://www.sec.gov/Archives/edgar/data/31235/000095017025106568/kodk-20250630.htm – aufgenommen am 25. September 2026, Zitat als Beleg.
- Abschnitt 6: offizielle Erklärung von Kodak (Screenshot): Blog auf der Kodak-Website, https://www.kodak.com/en/company/blog-post/statement-regarding-misleading-media-reports/ – aufgenommen am 25. September 2026, Zitat als Beleg.
- Abschnitt 6: Abschnitt zur Ausräumung der Zweifel im 10-Q von Kodak für das dritte Quartal 2025 (Screenshot): SEC EDGAR, https://www.sec.gov/Archives/edgar/data/31235/000119312525269608/kodk-20250930.htm – aufgenommen am 25. September 2026, Zitat als Beleg.
- Abschnitt 8: Pressemitteilung zum Harman Phoenix II (Screenshot): Website von Harman Technology, https://www.harmantechnology.com/the-journey-continues-harman-photo-launches-harman-phoenix-ii/ – aufgenommen am 25. September 2026, Zitat als Beleg.
- Abschnitt 8: Meldung zum neuen Lucky C400 (Screenshot): Website der chinesischen Lucky-Gruppe, https://www.luckyfilm.com/index/Article/info.html?cate=27&id=8260 – aufgenommen am 25. September 2026, Zitat als Beleg.
Stichwörter: Farbnegativfilm Hersteller, Filmfabriken weltweit, Lieferkette Film, Fujifilm 200 von Kodak, Fujifilm 400 UltraMax 400, Kodak Gold 200, Portra eingestellt, Portra Ektacolor Pro, Kodak Alaris, Kodak Insolvenz, Filmpreise 2026
Häufig gestellte Fragen
Welche Fabriken stellen weltweit noch Farbnegativfilm her?
Farbnegativfilm selbst beschichten können nur noch etwa fünf Fabriken: Eastman Kodak in den USA, Fujifilm in Japan, Harman Technology in Großbritannien, ORWO (InovisCoat) in Deutschland und Lucky in China. In großen Mengen produzieren nur Kodak und Fujifilm; Harman brachte erst 2023 den ersten eigenen Farbfilm der Firmengeschichte heraus, und Lucky stellte die Farbfilmproduktion 2012 ein und kehrte erst 2025 mit dem C200 zurück.
Wird der Fujifilm 200 von Kodak hergestellt?
Beim Fujifilm 200 und 400, die in den USA verkauft werden, deuten die Vergleiche und die Branche auf Kodak als Auftragsfertiger: Die Kurven im Datenblatt des Fujifilm 200 entsprechen denen des Kodak Gold 200, der DX-Code des Fujifilm 400 entspricht dem Kodak UltraMax 400, und auf der Verpackung steht Made in USA. Fujifilm selbst bestätigt das nicht und sagt nur, man arbeite mit mehreren Partnern zusammen. Ob die in Japan verkauften Farbnegativfilme von Fujifilm selbst beschichtet werden, darüber widersprechen sich die Quellen; eine Aussage aus erster Hand von Fujifilm gibt es nicht.
Wird Kodak Portra eingestellt?
Nein, Portra wird nicht eingestellt, sondern umbenannt. Seit dem 24. März 2026 heißt die neue Ware, die Eastman Kodak selbst vertreibt, Ektacolor Pro (160, 400, 800); die Emulsion ist unverändert. Der Grund für den neuen Namen ist, dass die Marke Portra beim früheren Vertriebspartner Kodak Alaris liegt. Was im Regal noch Portra heißt, ist Lagerware, die vor der Umbenennung ausgeliefert wurde.
Steht Kodak kurz vor der Pleite?
Im August 2025 schrieb Kodak in seinen Quartalsbericht, es bestünden „erhebliche Zweifel an der Fähigkeit zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit“. Der Grund waren Schulden, die innerhalb von 12 Monaten fällig wurden, ohne dass eine zugesagte Finanzierung bestand, und nicht ein schlechter Filmabsatz. Im selben Zeitraum wuchs der Umsatz des Geschäftsbereichs, zu dem Film gehört, um 14 bis 15 %. Die nach der Abwicklung des US-Pensionsplans übrigen Mittel sollten im Dezember 2025 an das Unternehmen zurückfließen, und in dem im November 2025 eingereichten 10-Q für das dritte Quartal erklärte Kodak die Zweifel für ausgeräumt. Bis Ende Juni 2026 hatte Kodak rund 100 Mio. US-Dollar an befristeten Darlehen zurückgezahlt, die langfristigen Schulden lagen bei rund 108 Mio. US-Dollar, und der Umsatz des Geschäftsbereichs, zu dem Film gehört, stieg im zweiten Quartal um 40 % gegenüber dem Vorjahr.
Warum wird Film immer teurer?
Offiziell werden meist höhere Kosten für Rohstoffe, Bauteile und Transport genannt; Silber verteuerte sich 2025 innerhalb eines Jahres um rund 140 %, und Harman erhöhte wegen der US-Zölle die Preise um 11 %. Die tatsächlichen Ladenpreise sind aber nicht ständig gestiegen: Im ersten Halbjahr 2026 wurden 37 Filme bei 13 Händlern im Schnitt nur 2,5 % teurer, und der Kodak Gold 200 fiel in den USA sogar von rund 11 US-Dollar im Jahr 2022 auf rund 9 US-Dollar im Jahr 2026. Am stärksten stiegen die Preise bei Fujifilm in Japan: Im April 2025 wurde die Einwegkamera QuickSnap (japanischer Name 写ルンです) auf einen Schlag um rund 44 % teurer.
Quellen: Chinesisches Original erstmals veröffentlicht am 2026-09-25 und überarbeitet am 2026-10-28; die meisten Quellen geprüft am 25. September 2026, Kodaks Finanzbericht zum zweiten Quartal 2026 geprüft am 27. Oktober 2026.
Dieser Artikel ist eine lokalisierte Fassung des Originals auf joelin.cc in traditionellem Chinesisch. Maßgeblich ist das chinesische Original. Chinesisches Original
